Chronik 1999-1897

Die 90er Jahre: 1990-1999

1999 Am 22. November entscheidet der Senat die Schließung der Studiengänge Bühnentanz und Tanzpädagogik.
  Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Republikanischen Musikcollege der Stadt Minsk wird am 21. September unterzeichnet.
   
1998 Die Fritz-Behrens-Stiftung verleiht der Hochschule ein wertvolles Cello von Jacques Pierre Thibout aus dem Jahr 1838 zur Nutzung durch Studierende. Das Chello wird seitdem im Rahmen eines hochschulinternen Wettbewerbs regelmäßig neu vergeben.
  Der Förderverein KommunikationsKultur e. V. initiiert das erste IJK-Forum, das Studierende, Medienschaffende aus der Praxis, Hannovers Öffentlichkeit sowie erfolgreiche Absolventen und Ehemalige des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung ansprechen soll.
   
1997 Im Rahmen eines Austausches mit dem Kammerchor des Rimsky-Korsakow-Konservatoriums reist der Kammerchor der Hochschule vom 13. - 20. Januar mit einem weltlichen und einem geistlichen Programm deutscher Chormusik aus fünf Jahrhunderten zu einem Gegenbesuch mit Konzerten und Workshops nach St. Petersburg. Der Petersburger Kammerchor hatte den Austausch mit einem Besuch der Hochschule im Oktober 1996 gestartet.
  Mit Vorträgen, Konzerten und einer Ausstellung vom 21. - 25. April erinnert die Hochschule an den 500. Todestag von Johannes Ockeghem.
  Am 28. Mai wird Hans Ulrich Schmid die Walter-Gieseking-Medaille verliehen.
  Mit dem gemieteten Gebäude im Schiffgraben 47 übernimmt die Hochschule am 1. November ihre fünfte Außenstelle.
  Prof. Peter Becker übergibt das Präsidentenamt an Prof. Dr. Klaus-Ernst Behne.
   
1996 Im Januar wird vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung ein Kongress mit dem Titel "Parasoziale Interaktionen: Stand der Forschung – Perspektiven für die Zukunft" durchgeführt.
  Kontakte einzelner Hochschulmitglieder in die bosnische Kriegsregion führen zur Konzeption des Hilfsprojekts "Musiegt". Im September fliegt eine Gruppe von Studentinnen und Studenten nach Bosnien, um in Sarajewo und Mostar Musikunterricht zu erteilen und dem dortigen Musikleben neue Impulse zu geben.
  In den Räumen der Hochschule tagt vom 26. - 29. September der 4. Europäische Kongress für Musikermedizin und Musikphysiologie.
   
1995 In Goslar kann ein zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert werden: Vom 14. - 26. August finden die Internationalen Konzertarbeitswochen statt, die seit 1975 jährlich von der Hochschule in Verbindung mit der Stadt und der Kreismusikschule Goslar sowie mit Unterstützung des Landkreises Goslar und des Landes Niedersachsen veranstaltet werden. Unter der Leitung international renommierter Dozenten wird der Instrumentalunterricht durch Workshops, Diskussionen und öffentliche Konzerte ergänzt, wechselnden künstlerischen Schwerpunkten widmen.
  Am 25. Oktober fällt der Startschuss für die "Mittagskonzerte" in der Hochschule, die sich jährlich seither an jedem Montag innerhalb der Vorlesungszeit stattfinden.
  Die Hochschule veranstaltet zum ersten Mal den Karl Bergemann gewidmeten "Vom-Blatt-Spiel-Wettbewerb". Mit der Verleihung der Walter-Gieseking-Medaille an Rolf Ramcke werden die Ehrungen verdienter Persönlichkeiten nach längerer Unterbrechung wieder aufgenommen.
   
1994 Im September ist die Hochschule Gastgeber für einen internationalen Kongress der "Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie" mit dem Titel "Musikpsychologie zwischen Emotion und Kognition".
  Im September besucht eine Gruppe des Lehrgebiets Bismarckstraße für eine Woche die Pädagogische Hochschule Tscherjachowsk. Es werden Kontakte zur dortigen Musikabteilung aufgenommen, auch in Kaliningrad werden Schulen und Konzerte besucht. Im Sommer 1995 gastiert der Chor des Pädagogischen Kollegs für eine Woche in der Bismarckstraße.
  Am Emmichplatz findet das „Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender“ mit Vertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.
   
1993 Seit dem 1. Januar verfügt die Hochschule über ein weiteres landeseigenes Gebäude in der Plathnerstraße 35. Das Institut für Musikphysiologie findet dort seine neue Heimat.
  Seit 1993 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Lehrgebiet Bismarckstraße und der evangelischen Stiftung Neuerkerode, einem Dorf, in dem etwa 400 geistig behinderte Erwachsene leben. Studierende und Lehrende besuchen einmal im Semester das Dorf, singen, spielen und tanzen mit den Bewohnern und geben am Abend in der Kirche ein Konzert. Bei Konzerten in der Bismarckstraße sind Einwohner von Neuerkerode regelmäßige Gäste.
  Der Senat der Hochschule beschließt am 23. Juni 1993 die Einrichtung des Instituts für Musikpädagogische Forschung. Für das Institut werden Räume in der Uhlemeyerstraße zur Verfügung gestellt.
  Am 1. Oktober übergibt Richard Jakoby das Präsidentenamt an Peter Becker. Die Hochschule ernennt Richard Jakoby zu ihrem ersten und bisher einzigen Ehrenbürger.
  Mit der neuen Konzertreihe "Zeitpunkte" soll der Aufführung zeitgenössischer Musik ein besonderes Forum geboten werden.
  Die erste Hochschul-CD erscheint am 10. November als Erinnerung an das Festkonzert zur Verabschiedung von Prof. Dr. Richard Jakoby. Das Hochschulorchester unter Leitung von Lutz Köhler spielt Beethovens Ouvertüre zu Egmont.
   
1992 Die Hochschule ist Austragungsort für den Jahreskongress des Bundesverbandes Deutscher Gesangspädagogen" (BDG) vom 24. - 26. April.
  Unter dem Thema "Medizinische Probleme bei Instrumentalisten - Ursachen und Prävention" veranstaltet die Hochschule vom 26. - 28. Oktober einen Kongress in den Räumen des Leibnizhauses.
  Am 16. November übernimmt die Hochschule das Gebäude in der Raiffeisenstraße 35. Die Räume werden überwiegend von der Schauspielabteilung genutzt.
  Im Jahr 1988 gründete Andor Izsák in Augsburg in Zusammenarbeit mit der dortigen Universität das Europäische Zentrum für Jüdische Musik (EZJM). Seit 1992 ist das Zentrum unter seiner Leitung ein Institut der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
   
1991 Ein vom 15. - 17. Mai durchgeführtes interdisziplinäres Symposium ist dem Thema "Johann Joseph Fux und seine Zeit: Kultur, Kunst und Musik im Spätbarock" gewidmet.
  Im Oktober 1991 wird in den Räumen der Hochschule der von der Stiftung Niedersachsen getragene "Internationale Violin-Wettbewerb Hannover" durchgeführt. Der inzwischen weltweit am höchsten dotierte Violinwettbewerb findet seitdem im dreijährigen Turnus statt.
  Im Herbst wird in der Uhlemeyerstraße ein Experimentierraum für Musikpsychologie eingerichtet.
  Seit diesem Jahr nimmt die Schauspielabteilung regelmäßig am deutschsprachigen Schauspielstudenten-Bundeswettbewerb teil.
   
1990 Am Bundeskongress des Arbeitskreises für Schulmusik und allgemeine Musikpädagogik (AfS) vom 6.-9. September in der Hochschule können zum ersten Mal Musiklehrerinnen und Musiklehrer aus beiden Teilen Deutschlands gemeinsam teilnehmen.
  Langjährige Exkursionskontakte der Schauspielabteilung nach Moskau und Leningrad führen zu einem Partnerschaftsvertrag mit der Boris W. Schtschukin-Schauspielschule Moskau. In der Folgezeit kommt es zu regelmäßigen Besuchen und Gegenbesuchen, auch ein Dozentenaustausch wird durchgeführt.

Neubau am Emmichplatz und Institutsgründungen | 1970-1990

1989 Anlässlich des "Bicentenaire de la Révolution Française" veranstaltet die Hochschule gemeinsam mit dem Institut Français am 23. und 24. Mai ein deutsch-französisches Kolloquium zum Thema "Was hat die französische Revolution für Musik und Ästhetik bewirkt?"
   
1988 Vom 23. - 26. März wird ein Symposium zum Thema "Rezeptionsästhetik und Rezeptionsgeschichte in der Musikwissenschaft" durchgeführt.
   
1987 Das Computerzeitalter beginnt - im April werden die ersten Geräte der Firma Atari für pädagogische Zwecke im Bereich Musiktheorie (Gehörbildung) angeschafft. Ein Jahr später werden auch für die Verwaltung die ersten Computer bereitgestellt.
  Die Hochschule ist Veranstaltungsort für die Jahrestagung des "Arbeitskreises Musikpädagogische Forschung" vom 16. - 18. Oktober mit dem Thema "Musikpädagogik zwischen Traditionen und Medienzukunft".
   
1986 Aufgrund eines Kooperationsvertrages zwischen der Universität Hannover und der Hochschule werden die Teilstudiengänge Musik für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen sowie an Sonderschulen zum Wintersemester übernommen. Damit umfasst das Angebot der Hochschule nun alle Lehramtsstudiengänge.
  Seit dem 1. Oktober kann die Hochschule das landeseigene Gebäude in der Uhlemeyerstraße 21 für Lehrveranstaltungen und Kammerkonzerte nutzen.
   
1985 Erstmals findet der interne Hochschulwettbewerb statt. Der von der PREUSSAG Hannover geförderte Wettbewerb wird zunächst jährlich durchgeführt, ab 1991 findet er im Zweijahresrhythmus statt.
  Im September ist die Hochschule Gastgeber für einen Internationalen Kongress der "Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie" zum Thema "Lebenswelt Musik".
  Zum Wintersemester 1985/86 wird der Studiengang JazzRockPop eingerichtet, er soll eine Spezialisierung in der Ausbildung von Musiklehrern für Musikschulen ermöglichen. Dieser grundständige Studiengang mit variabler Schwerpunktbildung ist der erste seiner Art in der Bundesrepublik. Dank des neuen Studiengangs konnte die Zahl der Hochschulensembles um ein Hochschul-Jazz-Orchester, einen Jazz-Chor und um verschiedene Jazz- und Rock-Combos erweitert werden.
  Zwölf Jahre nach der Einweihung des neuen Hochschulgebäudes macht sich schon wieder Raumnot bemerkbar. Die Verlagerung einzelner Lehrveranstaltungen und Studiengänge lässt sich nicht vermeiden. Zum 1. Oktober kann die Hochschule die Nutzung des landeseigenen Gebäudes in der Hohenzollernstraße 47 übernehmen.
  Im November wird der Ergänzungsstudiengang Journalistik in der Hohenzollernstraße 47 eingerichtet, der im Februar 1990 in das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung übergeht. Zum Wintersemester 1990/91 können dementsprechend der grundständige Studiengang "Medienmanagement" und der "Ergänzungsstudiengang Medienmanagement" in das Lehrangebot aufgenommen werden.
   
1983 Zum ersten Mal werden alle ehemaligen Schulmusikstudierenden zu einem „Ehemaligentreffen" in die Hochschule eingeladen. Die Gelegenheit zum Wiedersehen wird auch bei einem zweiten Treffen 1993 von einer großen Zahl "Ehemaliger" wahrgenommen.
  Im Jahr der Bekanntgabe der MIDI-Norm wird an der Hochschule ein Tonstudio (Tonstudio 11) eingerichtet, das vorwiegend für die Produktion von Popularmusik konzipiert ist. Die Arbeit im Tonstudio wird auch in den Studiengang Schulmusik integriert.
  Vom 22.-25. September findet in den Räumen der Hochschule der Bundeskongress des Arbeitskreises für Schulmusik und allgemeine Musikpädagogik (AR) statt. Mit diesem Kongress beginnt der Wiederaufstieg des AR hinsichtlich einer neuen Akzeptanz unter den Musiklehrerinnen und -lehrern.
   
1978 Mit Inkrafttreten des Niedersächsischen Hochschulgesetzes erhält die Hochschule für Musik und Theater Hannover den Status einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule. Dementsprechend tritt 1981 eine Promotionsordnung und 1985 auch eine Habilitationsordnung in Kraft. Die Hochschule kann ihr wissenschaftliches Lehrangebot erweitern und zusätzliche Lehrstühle für Systematische Musikwissenschaft, Musikpsychologie, Vergleichende Musikwissenschaft und Musikethnologie einrichten.
  Nach einer Klausurtagung aller Schauspieldozenten der Hochschule in der evangelischen Akademie Loccum wird in der Studienordnung festgelegt, daß wenigstens zwei Theaterprojekte pro Jahrgang während der Studienzeit als öffentliche Aufführungen durchgeführt werden müssen.
   
1974 Als erstes Institut der Hochschule wird das Institut für experimentelle Musikpädagogik gegründet. Die Umbenennungen in Institut für Musikphysiologie (1984) und Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin (1994) spiegeln eine Verlagerung der Arbeitsschwerpunkte des Instituts wider. An der Hochschule befindet sich 1974 die einzige Professur für Musikphysiologie in der Bundesrepublik.
  In Hannover konstituiert sich eine Vereinigung aller deutschsprachigen Schauspielinstitute der Bundesrepublik, der Schweiz und Österreichs, die heute den Titel "Ständige Konferenz Schauspielausbildung" (SKS) trägt. Erstes geschäftsführendes Institut wird die Schauspielabteilung der hannoverschen Hochschule.
   
1973 Am 1. April wechselt die Trägerschaft der Hochschule von der Stadt Hannover zum Land Niedersachsen.
  Im November bezieht die Hochschule ihr neues Hauptgebäude am Emmichplatz 1.
   
1971 Die Landeshauptstadt Hannover trifft mit dem Land Niedersachsen eine Vereinbarung, derzufolge die Stadt das neue Hochschulgebäude erstellt und dafür das Land nach Fertigstellung die Trägerschaft der Hochschule übernimmt.
  Absolventen des Schaupielstudiengangs gründen in Hannover "RAMBAFF", das erste Mitspiel-Theater für Kinder und Jugendliche. Auch in der Folgezeit wird das Theaterleben Hannovers durch Neugründungen von Schauspielabsolventen der Hochschule bereichert: "Theaterwerkstatt" im Raschplatz-Pavillon (1975), "Theater der Jugend" in der Helmkestraße (1975), "KLECKS" als Kinder- und Jugendtheater (1988) oder das "Theater an der Glocksee" (1989).
   
1970 Im Mai wird mit der Bautätigkeit nach den Plänen Rolf Ramckes begonnen.
  Der Rat der Stadt Hannover beschließt am 18. März die Abschaffung der Studiengebühren.

Etablierungsphase ab 1950

1968 In Hannover findet vom 16. - 20. April die 7. Bundesschulmusikwoche des Verbandes Deutscher Schulmusikerzieher (VDS) statt, an deren Gestaltung die Hochschule maßgeblich beteiligt ist.
  Richard Jakoby übernimmt bis 1979 als Direktor die Leitung der Hochschule. Nach Einführung der neuen Hochschulverfassung übernimmt Jakoby als Präsident die Hochschulleitung für weitere zwölf Jahre.
   
1965 Im Mai wird der Planungsauftrag für den Neubau eines Hochschulgebäudes erteilt. Mehrfache Verzögerungen führen zu öffentlichen Protesten der Studierenden- und Lehrerschaft.
  In der letzten Wettbewerbsstufe liegen sechs Vorentwürfe für den Bauplatz "Neues Haus" vor.
   
1962 Die beiden Hochschulen Niedersächsische Hochschule für Musik und Theater und Niedersächsische Musikschule Hannover werden zum 1. Oktober wieder zusammengefügt zur Staatlichen Hochschule für Musik und Theater.
   
1961 Am 1. April übergibt Ernst-Lothar von Knorr sein Präsidentenamt an Felix Prohaska.
  Anlässlich der Pensionierung verleiht die Hochschule die Walter-Gieseking-Medaille als erstem Träger Ernst-Lothar von Knorr. Weitere Träger werden die Konservatoriumsdirektoren Marcel Pood (Brüssel) und Knudage Riisager (Kopenhagen) anlässlich des 15-jährigen Bestehens der internationalen Austauschkonzerte (1964), Prof. Enrico Mainardi (1967), Bernhard Sprengel (1969), Stadtdirektor Heinz Lauenroth (1975) und Prof. Felix Prohaska (1976) wegen besonderer Verdienste um die Hochschule.
   
1958 Im Januar bekommt die Akademie rückwirkend zum 1. April 1957 den Hochschulstatus zuerkannt und wird in die Niedersächsische Hochschule für Musik und Theater mit den Abteilungen Solistenklasse, Oper, Schauspiel, Kirchenmusik, Schulmusik und in die Niedersächsische Musikschule Hannover mit den Abteilungen Orchesterschule, Seminar für Lehrerinnen und Lehrer an Musikschulen und in freiberuflicher Tätigkeit aufgeteilt.
   
1952 Im April wird der 71-jährige Walter Höhn in den Ruhestand verabschiedet, Nachfolger als Direktor wird Ernst-Lothar von Knorr.

Die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegsjahre 1930-1950

1950 Im Mai findet die Landesmusikschule im Gebäude der früheren Gaststätte Lister Turm einen neuen Standort.
  Im August geht aus der Landesmusikschule unter Eingliederung der von Hans-Günther von Klöden geleiteten privaten Hannoverschen Schauspielschule die Akademie für Musik und Theater hervor.
   
1946 Am 16. September nimmt die Landesmusikschule im Hause Rumanstraße 26a in notdürftig hergerichteten Räumen den Betrieb wieder auf. 122 Schülerinnen und Schüler beginnen ihr Musikstudium.
   
1945 Im März müssen auch die letzten Versuche eines geregelten Lehrbetriebs eingestellt werden.
   
1943 Das Städtische Konservatorium wird zur Landesmusikschule umbenannt und neu strukturiert. Zum Direktor wird der Flensburger Musikdirektor Johannes Röder ernannt, Stellvertreter wird Walter Höhn, der jedoch schon bald nach dem Soldatentod Röders wieder die Leitung übernimmt.
  Das Hauptgebäude in der Lavesstraße wird bei einem Luftangriff völlig zerstört. Da auch die neuen Unterrichtsräume im Alten Palais (Leinstraße) und im Künstlerhaus (Sophienstraße 2) zerstört werden, wird die Landesmusikschule nach Einbeck, einzelne Abteilungen auch nach Bückeburg, Celle und Salzderhelden verlegt.
   
1929/30 Mittlerweile unterrichten am Städtischen Konservatorium 53 Lehrkräfte 764 Schülerinnen und Schüler.

Gründungsjahre 1897-1922

1926 Das Musiklehrerseminar des Konservatoriums wird am 26. September behördlich anerkannt. Die Bedeutung der privaten Konkurrenzinstitute geht dadurch erheblich zurück, 1943 lässt sich kein privates Institut mehr nachweisen.
   
1922 Mit einem dreitägigen Festakt vom 1. bis 3. Juli feiert das Städtische Konservatorium sein 25-jähriges Bestehen. Einen Klavierabend von Walter Gieseking, eine Szenische Opernaufführung und zwei Schülerkonzerte veranstaltet das Konservatorium für die Hannoversche Öffentlichkeit.
   
1919 Der Komponist Walter Höhn (1880-1953) wird Mitte der 30er Jahre Direktor des Konservatoriums. Durch seine Initiative wird das Angebot des Konservatoriums um einen musiktheoretischen und pädagogischen Bereich erweitert und damit der Grundstein für die spätere Rangerhöhung zur Hochschule gelegt.
   
1911 Das Konservatorium wird zum Städtischen Konservatorium erhoben und unterscheidet sich dadurch von weiteren privaten Musikinstituten. Die finanzielle Beteiligung der Stadt bleibt jedoch gering.
   
1899 Nach dem Kauf eines Hauses in der Lavesstraße 58 (28. Februar) findet das Konservatorium für die nächsten 44 Jahre seinen endgültigen Standort, dem in den nächsten Jahren noch Zweiganstalten in anderen Stadtteilen angeschlossen werden.
   
1898 Der erste Schuljahresbericht für 1897/98 verzeichnet 30 Lehrkräfte, die insgesamt 151 Schülerinnen und Schüler unterrichteten, darunter 36 Auswärtige. Die stetig steigende Schülerzahl erfordert im Verlauf des Jahres einen Umzug in die Lavesstraße 75.
   
1897 Nach mehreren erfolglosen Anläufen im Verlauf des Jahrhunderts kann im Herbst in der Akazienstraße 1, Hannover, der Betrieb des neugegründeten Conservatoriums für Musik unter der Direktion von Hermann Brune, Emil Evers und Karl Leimer beginnen.

Autorenhinweise

Die Chronikinhalte der Jahre 1897-1997 sind größtenteils dieser hochschuleigenen Publikation entnommen: Martin Weber: 100 Jahre institutionalisierte Musikausbildung in Hannover. Eine Chronik. In: Hochschule für Musik und Theater Hannover 1897-1997. Hrsg. Peter Becker, Peter Schnaus. Hannover, 1997.

 

Zuletzt bearbeitet: 30.08.2011

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