Kernaussage

Worin, glauben Sie, liegt der Kern der Aussage dieses Stücks?

In fast jeder Oper wird geliebt und gestorben. Fast jede Oper endet entweder mit einer Heirat oder mit einem Tod. Auch in dieser Oper wird geliebt und gestorben. Das Interessante aber an dieser Oper ist, dass Liebe und Tod, diese Eckpfeiler des Lebens, nicht eine menschliche Biographie bestimmen, sondern umfassender und umgreifender alles Kreatürliche einbeziehen. Hinter dieser putzigen Tierfabel schimmern also unversehens Gedanken einer Weltphilosophie über die Unvergänglichkeit allen Seins auf und bilden jene Doppelbödigkeit, die jedes große Kunstwerk auszeichnet, das über sich selbst hinausweist.

Mir wäre es sehr recht, wenn diese Oper auf eine sehr unterhaltsame und amüsante Weise solche Gedankengänge über unsere Existenz, über das Geheimnis unseres Lebens freisetzt. Am Schluss, im großen Monolog vom Förster, heißt es: „Und wir bewundern es stumm und neigen still den Kopf, weil wir verstehn, daß das Leben ewig ist.“  - und meint, daß es zwar ein Sterben, aber eigentlich keinen Tod gibt und dass sich das Leben im ewigen Kreislauf der Zeiten immer wieder erneuert. Dies ist eine wunderbare Aussage und ich möchte versuchen, sie mit dieser Inszenierung verständlich zu machen.

Motor, Ziel und Ursprung dieser Lebenskraft ist der Eros. Das wird in dieser Oper sehr deutlich. Der Eros, der nicht nur den Menschen betrifft, sondern die Kreatur als solches. Janáček hat in seiner Oper diesen Eros sehr in den Mittelpunkt gestellt, nicht nur die Betonung der geschlechtliche Liebe, sondern überhaupt in der Akzentuierung des Kreatürlichen, im Entstehen und Werden allen Lebens. Diesen Aspekt des Eros als treibende und irritierende Kraft möchte ich in der Vordergund meiner Inszenierung gestellt wissen.

 

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Zuletzt bearbeitet: 08.02.2008

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