Ein Aus- und Weiterbildungskonzept in Europa

Klaus-Jürgen Etzold, Brigitte Lion-Slovak, Franz Niermann, Tommy Strandberg

accompagnato - Ein Aus- und Weiterbildungskonzept in Europa

Im Folgenden sollen nach einer von Franz Niermann verfassten Einführung, die zugleich wesentliche Grundzüge der Wiener accompagnato-Kurse abbildet, exemplarisch länderspezifische Adaptionen und Ergebnisse des EU-Projekts (COMENIUS 3) mit dem Titel "accompagnato - Brücken zwischen Studium und Beruf des Musiklehrers: Ein Curriculum" in Kurzform vorgestellt werden, insbesondere der Kurse in Deutschland und Schweden. Das unter Beteiligung der Länder Österreich, Deutschland, Schweden, Schweiz und Slowenien von 2002 bis 2004 durchgeführte Projekt fand mittlerweile seinen Abschluss und wurde ausführlich evaluiert und dokumentiert1 . Nähere Informationen finden sich im Internet unter accompagnato.

I. Österreich (Wien) - Die Idee
"accompagnato" ist der Name für eine Idee:
In Prozessen des Lernens und der persönlichen Weiterentwicklung im professionellen Kontext kommt der Idee der Begleitung höchste Bedeutung zu, und zwar
- die Begleitung der beteiligten Personen durch kompetente Leiterinnen oder Leiter und
- die Begleitung in der Wechselseitigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Prozess-Steuerung in accompagnato-Kursen ist so angelegt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigene Entwicklung selber in die Hand nehmen können. Die durch die Leitung gegebenen Impulse, Informationen und Aufgabenstellungen betreffen direkt den Berufsalltag; sie sind so konzipiert, dass sie von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut adaptiert, integriert und genutzt werden können. Hierbei übernehmen sowohl die Leiterinnen als auch die Teilnehmer für alle Einzelnen die Funktion der Unterstützung und Stärkung.

Das accompagnato-Modell
Das EU-Projekt (COMENIUS-3) mit dem Namen "accompagnato - Brücken zwischen Studium und Beruf des Musiklehrers" basiert auf einem Aus- und Weiterbildungs-Modell, in welchem der Begleitungsidee die höchste Bedeutung zukommt.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer von accompagnato-Kursen sind Lehrerinnen und Lehrer in verschiedensten Stadien ihrer beruflichen Tätigkeit sowie Studierende, die über einige Erfahrung im Unterrichten verfügen und während eines Kurses in einer Schule tätig sind.
Die Koppelung von Berufstätigen und Studierenden ist ein förderliches Moment der Kursarbeit.
Das Modell wurde in den neunziger Jahren am Institut für Musikpädagogik in Wien für praktizierende und werdende Lehrerinnen und Lehrer des Faches Musik entwickelt. Im Rahmen des EU-Projekts, durchgeführt in den Jahren 2002 bis 2004, wurde es in Umeå (Schweden), Ljubljana (Slowenien), Hannover und Köln (Deutschland) sowie in Basel (Schweiz) adaptiert und praktisch realisiert.
Für die Arbeit im accompagnato-Modell gibt es drei Paradigmen, welche die Arbeit entscheidend prägen:

Paradigma 1: Atmosphäre des gegenseitigen Respekts
Die Atmosphäre des gegenseitigen Respekts, der Achtung und des Vertrauens prägt die gesamte Kursarbeit. Jede einzelne Kursteilnehmerin und jeder Teilnehmer trägt die Verantwortung für das eigene Lernen und die eigene persönliche Entwicklung und kann von den anderen Beteiligten Akzeptanz und Achtung in Bezug auf die eigenen Stärken und Schwächen erwarten.
Gemäß der Grundidee der Begleitung, nach der weder die Leiterinnen oder Leiter noch die sich wechselseitig begleitenden Kolleginnen und Kollegen für die Einzelnen wissen, worin der beste jeweils nächste Lern- und Entwicklungsschritt besteht, begegnen sich alle Beteiligten mit dem Bestreben, für einander förderlich zu sein. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Art des einander Zuhörens, des Fragens, des Rückmeldung Gebens, des behutsamen Umgangs mit Vorschlägen, Tipps usw.

Paradigma 2: Eigene Erfahrungen als Bezugspunkte
Die Methode des Einbezugs der jeweils eigenen Erfahrung mit dem Unterrichten kennzeichnet alle entscheidenden Arbeitsschritte, und zwar sowohl in der Erarbeitung grundlegender Fragestellungen als auch im Feld der praktischen Erprobung und Entwicklung.
Wenn es beispielsweise um Fragestellungen geht wie "Welche Faktoren prägen Anfangssituationen?" oder "Wie stelle ich eine produktive Arbeitsfähigkeit in einer Klasse her, die ich als disziplinär schwierig erlebe?", dann bildet sowohl auf theoretischer Ebene (Didaktik, Kommunikation usw.) als auch im Hinblick auf mögliche praktische Konsequenzen der Bezug zu den eigenen Erfahrungen den Brennpunkt.

Paradigma 3: Der accompagnato-Lernkreislauf
Die Arbeit mit dem accompagnato-Lernkreislauf besteht aus drei Stationen:
1. Anliegen-Klärung - 2. Unterrichtsbesuch / gezielte Beobachtung - 3. Feedback / Reflexion / Auswertung.
Station 1: Anliegen-Klärung
Wie sehe ich meine augenblickliche Situation? In welchem Punkt drängt es mich weiter? Wo setze ich an? Dies sind die Ausgangsfragen. Daraus ergibt sich die Formulierung eines Anliegens, das im günstigen Fall so "klein", prägnant und konkret ist, dass man es im Alltag eine Zeit lang gut fokussieren kann und das in seiner Bedeutung für das Agieren als Lehrer-Persönlichkeit doch tief greift, so dass bei der Arbeit daran Einiges in Bewegung kommt.
Station 2: Unterrichtsbesuch / gezielte Beobachtung
Zum gegenseitigen Unterrichtsbesuch finden sich wechselnde Kleingruppen. Eine Gastgeberin unterrichtet, zwei Gäste beobachten das Geschehen auf der Grundlage von Beobachtungsaufgaben, welche die Gastgeberin aus ihrem Anliegen heraus entwickelt hat.
Station 3: Feedback / Reflexion / Auswertung.
Das Auswertungsgespräch im Anschluss an den Unterrichtsbesuch orientiert sich an den Beobachtungsaufgaben und zielt darauf ab, der Anliegen-Arbeit der Gastgeberin mit Hilfe der von außen kommenden Sichtweise der Gäste eine neue Qualität und neuen Schwung zu geben. Schließlich mag es in diesem Prozess gelingen, das bisher formulierte Anliegen mit veränderten Augen zu sehen und die Arbeit daran noch einmal zu vertiefen oder aber von einem anderen Ansatzpunkt aus mit einem neuen Anliegen einen nächsten Schritt zu gehen.
Der Lernkreislauf mag in seinen drei Stationen wohl auch Defizite und Desiderate mit bedenken, er ist aber vor allem darauf aus, Stärken und Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Dabei wirkt er wie ein Schwungrad, aus dem die Beteiligten viel Kraft für stets weitere Entwicklungsschritte erhalten.

Ergänzende Module
Steht der Lernkreislauf im Zentrum eines accompagnato-Kurses, so kommen in der Regel einige Module zur Weiterbildung ergänzend hinzu. Charakteristische Module in diesem Sinne waren im Verlaufe der letzten Jahre in Wien etwa:
- Anfangen. Grundlagen für einen gelungenen Einstieg
- Beobachten - Deuten. Unterrichtsprozesse durchschauen und verstehen
- Unterrichtsatmosphäre gestalten:
Komplexität verringern - Spielregeln und Grenzen - Konflikte bearbeiten
- Unterrichtsprozesse steuern: ökonomisch Planen - Settings: grundlegende Arbeitsformen nützen - Arbeitsaufträge
- Werten - Auswerten: von der Notengebung bis zu Verfahren der Selbstauswertung

Erfahrungslernen im Spannungsfeld von Kontrolle und Selbststeuerung
Der accompagnato-Kurs steht von seiner Konzeptidee her in einem ganz besonderen Spannungsfeld: Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen in Österreich bieten traditionell Themen an, die von der Kursleitung inhaltlich vorgegeben, strukturiert und gestaltet werden. Die Anwendung bzw. die Adaptierungsarbeit für den Unterrichtsalltag liegt außerhalb der Verantwortung der Kursleitung. Sie bleibt weitgehend dem Zufall oder der Willkür der einzelnen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer überlassen. Eine andere Tradition betrifft den Besuch von Unterricht durch Kontrollpersonen des Schulsystems: In dem Fall werden deren Vorstellungen von gutem Unterricht Grundlage von Bewertungsgesprächen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind in diesen Situationen in einem Rechtfertigungs- und einem Leistungsdruck. Wie sie zu ihren Vorstellungen gekommen sind und weshalb sie diesen oder jenen Weg gewählt haben, steht nicht zur Diskussion.
Das accompaganto-Konzept setzt auf die Entwicklung von Autonomie seitens der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer: der oben beschriebene Lernkreislauf in Verbindung mit der Anliegen-Arbeit verlangt systematisch Selbstkontrolle anstelle von Fremdkontrolle und konsequentes in Beziehung setzen von Zielsetzungen und deren Auswertung mit Hilfe von Beobachtungen während des Unterrichtsalltags. Die Kolleginnen und Kollegen werden als hilfreiche Gäste hinzugezogen. Die Kursleitung wird in der Rolle eines Unterstützungssystems für die eigenen Vorstellungen erlebt und setzt dadurch ebenfalls einen anderen Akzent als den des im Schul- und Hochschulsystem traditionell eingeübten Rollenverständnisses vom "Sagen und Zeigen, wo es lang geht". Vielleicht hat der Kurs gerade deshalb als Kontrapunkt zur sozialisierten Fort- und Ausbildung solch ein positives Echo.


II. Deutschland (Hannover) - Situation und Kursausschreibung
Es fällt auf, dass in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre immer wieder in zahlreichen Artikeln, Kommissionsberichten, Rundfunksendungen, von der Hochschulrektorenkonferenz, den Lehrerverbänden und vom Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter eine engere Verbindung oder bessere Verzahnung zwischen den Phasen der Lehrerbildung - im Sinne des "Lifelong Learning" - gefordert wird, konkrete Projekte jedoch nur in wenigen Fällen stattgefunden haben. Nicht nur wegen des stark gekürzten Angebots an qualifizierter Fort- und Weiterbildung findet "Lifelong Development" de facto nur bei den wenigsten Musiklehrerinnen und -lehrern punktuell und auf freiwilliger Ebene statt, ein bedenklicher Zustand angesichts der aktuellen PISA-Studien.
Die Einladung zur Mitwirkung im EU-Projekt "accompagnato - Brücken zwischen Studium und Beruf des Musiklehrers" war für die Hochschule für Musik und Theater Hannover ein guter Anlass, die im Hinblick auf die Verzahnung der Phasen der Lehrerbildung bereits erworbenen Erfahrungen zu reflektieren und zu erweitern. Die Zielsetzung und Motivation ähnelten stark den bereits für Österreich und Schweden getroffenen Ausführungen und werden in der Kursausschreibung umrissen:

"Das Seminar läuft als Teil eines internationalen Comenius-Projekts über zwei Semester und bringt die Studierenden mit jüngeren Referendaren sowie erfahrenen Lehrkräften zusammen. Hauptziele:
o Verschränkung der verschiedenen Phasen der Lehrerbildung (Studium, Referendariat, Weiterbildung) im Sinne von "Lifelong Learning"
o Erwerb von Beobachtungs- und Feedbacktechniken
o Akzentuierung von pädagogischen Aspekten sowie individuellen Anliegen ("Lehrerpersönlichkeit"...) im geschützten Raum im Sinne von kollegialer Zusammenarbeit (Kleingruppen à 3-4 Personen)
o Gegenseitige Unterrichtsbesuche in Kleingruppen mit Auswertung vor allem unter pädagogischen Leitfragen, die in den Plenums-Sitzungen vorbereitet werden (pro Semester ein eigener Hospitationstermin vor den Mitgliedern der eigenen Kleingruppe sowie 2-3 Besuche bei den Gruppenmitgliedern)
o Aufarbeitung der Erfahrungen aus den Hospitationen und Nachbesprechungen im Seminar
o Einbezug von Elementen des E-Learning (z. B. Nutzung der in Wien entwickelten Plattform und Materialien)
o Einbezug der Ergebnisse und Erfahrungen der parallelen accompagnato-Angebote in Wien (Österreich), Umeå (Schweden) und Ljubljana (Slowenien) (...)"

Ziele, Strukturierung und Teilnehmende des ersten Kurses
Die Adaption des ersten Kurses "accompagnato - Brücken zwischen Studium und Beruf des Musiklehrers" in Hannover erfolgte im Sommersemester 2003 und Wintersemester 2003/04. Ähnlich wie in Wien sollte es einerseits konzentrierte Seminarveranstaltungen in der Musikhochschule, andererseits Unterrichtshospitationen in Kleingruppen an Schulen geben. Bei der Zusammenstellung der Kleingruppen wurde darauf geachtet, dass nach Möglichkeit sowohl schulformübergreifend (Gymnasium, Gesamtschule, Grundschule) als auch phasenübergreifend (d. h. mit Studierenden, Referendaren und Musiklehrerinnen und -lehrern) gearbeitet werden konnte.

Die Kleingruppen, die sich gegenseitig zu besuchen hatten, bildeten sich jeweils zu Beginn der beiden Semester nach individuell formulierten "Anliegen", welche zu einem zentralen Bestandteil für das gesamte Seminar wurden. Die Besuche fanden in einem bewertungsfreien Raum statt, die Teilnehmenden kamen durch eine ständige "Pendelbewegung" zwischen Alltagspraxis, Reflexion und theoretischen Impulsen - in einer Art musikpädagogischer Werkstatt - miteinander ins Gespräch.
Sie sollten Hilfen für die Eigen- und Fremdwahrnehmung unterrichtlicher Prozesse erhalten und so voneinander profitieren können. Der Blick der Studierenden sollte nach vorn gerichtet, der von den Referendarinnen und Referendaren oft als problematisch empfundene Übergang von der 1. zur 2. Ausbildungsphase in einen neuen Zusammenhang gestellt und damit die Spannung zwischen der "Theorielastigkeit" des Studiums und der vermeintlich ausschließlichen Praxisorientierung des Referendariats überwunden werden. Die erfahrenen Lehrkräfte sollten durch das Feedback der jüngeren Gruppenmitglieder neue Anregungen erhalten.

Mit 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie vier Dozenten bildeten die Beteiligten am Kurs "accompagnato Hannover" eine große Gruppe, die sich im Einzelnen aus fünf Referendarinnen und Referendaren (Gymnasium), sieben Lehrerinnen und Lehrern (verschiedener Lehrämter, überwiegend Gymnasium) sowie zehn Studierenden (höheres Lehramt, Aufbaustudium) zusammensetzte. Die Kolleginnen und Kollegen der Grund- und Hauptschulen hätten stärker vertreten sein können, aus dem Kreis der Studierenden musste eine Auswahl getroffen werden. Die Veranstaltung wurde vom Niedersächsischen Kultusministerium und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.

Zeitrahmen und Themen
Die Veranstaltung hatte folgenden Zeitrahmen:
o Monatlich je eine Seminarveranstaltung in der Musikhochschule (sieben Termine à 3 Stunden),
o zwei Tagesseminare in der Hochschule (zwei Termine à 6 Stunden)
o 6-8 hospitierte Unterrichtsstunden mit moderierter Teambesprechung sowie
o 2-4 selbst erteilte Stunden mit moderierter Teambesprechung.

Es gab in den neun Sitzungen folgende thematischen Schwerpunkte:
1. Sitzung: Vorstellung der Teilnehmenden und der Seminaridee; Zielvereinbarungen: Welche Wünsche habe ich an "accompagnato" (Metaplanarbeit)?
2. Sitzung: Verbildlichung der eigenen beruflichen Situation: "Meine Schule ist wie ..."; Entwicklung erster Anliegen; Festlegung der Arbeitsgruppen nach thematischen Schwerpunkten und nach Gruppenvielfalt; Planung der gegenseitigen Unterrichtsbesuche
3. Sitzung (lange Sitzung): Vorstellung der ersten Hospitationsergebnisse und Reflexion der Arbeit nach verschiedenen Aspekten (Anliegen, Gruppen, Nachbesprechungen, Erwartungen/Wünsche/Ängste...)
4. Sitzung: Ausführliche Diskussion der Einschätzungen zum Semesterende; Ausblick auf das 2. Semester
5. Sitzung: Gemeinsame Klärung der Fortsetzung der Arbeit im 2. Semester: Bildung neuer Arbeitsgruppen oder Fortführung der alten Gruppen? Schwerpunktthemen zu besonderen inhaltlichen Fragen; Schärfung und Aufstellen neuer Anliegen.
6. Sitzung: Terminplanung der neuen Gruppen; Diskussion: Stundenbesprechungen mit oder ohne Moderator? Schwerpunktthema: Beobachten und Bewerten
7. Sitzung: Schwerpunktthema: "Lehrerpersönlichkeit". Wo empfinde ich meine persönlichen Stärken und Fallen als Lehrerpersönlichkeit? Besprechung eines Videos (Stundenausschnitt). Leitfaden für Besprechungen
8. Sitzung (lange Sitzung): Schwerpunktthema: Musikalische Arbeit in den Klassen 5 und 6; Professionalisierung/Lehrertypen (mit Umfrage): Der Lehrer als Person ("Sozialpädagoge"), als Manager ("Dompteur"), als Lehrender ("Fachmann"); Feedback zum zweiten Hospitationsdurchgang
9. Sitzung: Schwerpunktthema: "Qualität macht Schule". Evaluation der gesamten Veranstaltung; die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten am Ende der beiden Semester ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme.

Feedback und Ergebnisse
Es war gerade im ersten accompagnato-Durchgang ganz wesentlich, in verschiedenen Phasen des Kurses konkretes Feedback der Teilnehmenden zu den gewonnenen Erfahrungen zu erhalten. Daher wurden regelmäßig Rückmeldungen eingeholt, teils namentlich, teils - bei bewertenden Fragestellungen - anonym. Besonders aufschlussreich sind die Antworten auf die Fragebögen jeweils am Ende eines Semesters, zumal hier dezidiert auf die Grundidee von accompagnato und die Umsetzung und Entwicklung innerhalb des Kurses eingegangen wurde. Eine schriftliche Dokumentation der eigenen Entwicklung und einzelner Prozesse wurde von allen Teilnehmern in Form von "Arbeits-Tagebüchern" verfasst.
Die überwiegend positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bezogen sich vor allem auf die Erfahrungen dieser kollegial-offenen Zusammenarbeit, die konsequente Arbeit an ihrem persönlichen Anliegen mit Lob (!) und konstruktiver Kritik sowie am Primat der pädagogischen Aspekte vor fachlich-inhaltlichen Fragestellungen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass auch die schulformübergreifende Arbeit (inkl. Grund- und Gesamtschule) sehr bereichernd war, dass es richtig war, die Dozenten (bei den Besuchen in lediglich moderierender Rolle) erst zur Stundenbesprechung und nicht - wie zunächst geplant - bereits in der Stunde zu Gast zu haben. Natürlich gab es auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge, die beim nächsten Durchgang Berücksichtigung finden werden.

Im Vorfeld der Arbeit haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage auseinander gesetzt, welche Ziele sie in diesem Seminar erreichen wollen. Neben der Beziehungsebene war vielen eine Vertiefung der eigenen Reflexion und der inhaltlichen Auseinandersetzung wichtig. Spezielle Wünsche zu ihrer Ausbildung hatten die Studierenden ("Optimierung der Ausbildung: Vorbereitung auf tatsächliche Arbeitsbedingungen, von den Erfahrungen der "Berufstätigen profitieren" etc.). Einig waren sich die Teilnehmenden in dem Wunsch, "ein Unterrichtsniveau durch sensible Selbstkontrolle und gemeinsame Unterrichtsbesuche zu erhalten bzw. zu erlangen".

Wichtiger Schwerpunkt war die Arbeit mit einem Anliegen, welches den subjektorientierten Ansatz des Konzepts ausdrückt. Mit dem Wunsch nach positiver Veränderung wurde es für einige Zeit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die Kriterien (konkret, realistisch, beobachtbar und überprüfbar) mussten erfüllt werden. Je schärfer ein Anliegen formuliert ist, desto besser kann die Arbeit mit dem Anliegen gelingen. Als gelungen konnte es gelten, wenn nach vier bis sechs Wochen eine deutliche Verbesserung festzustellen ist.
Beispiele für Anliegen, die von Teilnehmern bearbeitet wurden:
o "Wie kann ich es erreichen, dass ich insbesondere in praktischen Unterrichtsphasen Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sinnvoll integrieren kann, um sie individuell zu fördern und zu fordern?" (Grundschullehrerin)
o "Wie kann ich es schaffen, in einer Klasse besonders in praktischen Unterrichtsphasen in einer freundlichen und bestimmten Art für eine konzentrierte Unterrichtsatmosphäre zu sorgen?" (Studentin)
o "Wie kann ich den Stoff so vermitteln, dass die Schüler zuhören?" (Student)
o "Wie kann es mir gelingen, meine Eigentätigkeit im Unterricht zu reduzieren, um eine hohe Schüleraktivität zu erzielen, so dass die Schüler im günstigsten Fall weitgehend selbst den Unterricht gestalten?" (Lehrer)
o "Wie kann ich die Methodenkompetenz meiner Schülerinnen und Schüler speziell bezogen auf den Musikunterricht nachhaltig verbessern?" (Referendarin)

Die Erarbeitung eines Anliegens, die Diskussion in Kleingruppen und die ständige Supervision und Selbstreflexion führten als roter Faden durch das Seminar. Thematische Schwerpunkte bezogen sich auf die Unterrichtsatmosphäre, Unterrichtsmethoden, äußere Bedingungen, die Lehrerrolle und das Lehrerverhalten sowie auf strategische und Motivationsfragen.
Dem zweiten Semester waren neben der Anliegen-Arbeit vertiefende Schwerpunktthemen vorbehalten, die Themen wurden im Vorfeld mit der Teilnehmergruppe abgestimmt (s. o.).

Fazit und Ausblick
Auf organisatorisch-institutioneller Ebene wurde mit dem Kurs Neuland betreten. Eine gezielt die drei Phasen ansprechende Fortbildung gab es bisher noch nicht. So ist sowohl ein an der Musikhochschule angesiedeltes Seminar (für die Studierenden) als auch eine Lehrerfortbildung (für die Lehrkräfte) entstanden. Für die teilnehmenden Referendarinnen und Referendare bedeutet eine Teilnahme einen deutlichen zeitlichen Mehraufwand an Zeit zu dem ansonsten sehr engen Zeitplan ihrer Ausbildung, andererseits aber auch die Möglichkeit, ohne Bewertungsdruck von Ausbildenden eine ganz andere Form des Lehrerberufs und des Feedback kennen zu lernen, die so im Referendariat nicht möglich ist. Durch die Beteiligung verschiedener Schulformen wurde der "Blick" aller, insbesondere der Gymnasiallehrer, stark erweitert.
Auf struktureller Ebene wurde durch den neun Monate umfassenden Kurs eine Art "Ruhepol" für die Teilnehmenden geschaffen. Hospitieren, Lernen und Reflektieren im Gruppenverband bedeuten Anregung und Ermöglichung von Austausch über die sehr unterschiedlichen Angebote. Positiv ist auch die Öffnung des Unterrichts für andere Kolleginnen und Kollegen zu bewerten, hier kann man noch durch zahlreiche symbiotische Lernvorgänge viel voneinander profitieren.
Durch allmählich aufgebautes Vertrauen und ein persönliches "Sich-Wohl-Fühlen" können weniger geübte Unterrichts- und Seminarformen ausprobiert werden. Zugleich gibt es viel ehrlichere und offenere Statements, gerade auch in persönlichen Fragen, wenn diese positive Grundstimmung hergestellt worden ist. Dadurch wird zugleich ein offeneres Umgehen mit Musik ermöglicht.
Die Tutorenschaft kann vor allem jüngeren Teilnehmern nutzen. Konkret werden die Studierenden durch die Mitwirkung älterer Lehrkräfte einerseits "an die Hand genommen", andererseits erfahren sie durch diese ungewöhnliche Zusammenarbeit auch eine persönliche Aufwertung und Stärkung, die sie durchaus motivieren könnte, in späteren accompagnato-Veranstaltungen eine solche Tutorenschaft zu übernehmen.
Teamarbeit ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für das Gelingen von accompagnato. Unsere Erfahrungen sind ausgesprochen positiv, zumal sogar nach dem Wechsel der Teammitglieder im zweiten Durchgang sehr schnell eine wiederum positive Teamarbeit entstand, die von Offenheit, gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung etc. gekennzeichnet war.
Die Teilnehmenden haben Ideen entwickelt, in welcher Form sie ihre persönliche accompagnato-Arbeit fortsetzen wollen. Einige planen eigene Kleingruppen an ihren Schulen zu bilden und nach dem Leitfaden eigener Moderation zu arbeiten, andere planen die accompagnato-Kleingruppen in eigener Regie fortzuführen. Studierende haben sich mit Kollegen zusammengeschlossen um einen Schulort zu haben, an dem sie vertiefende Unterrichtserfahrungen machen können.


III. Schweden (Umeå) - Voraussetzungen
In den letzten zwei Jahrzehnten haben die schwedischen Schulen grundlegende Veränderungen in Bezug auf Organisation und Schulprogramm erfahren. Auch die Lehrerausbildung wurde umgestaltet. Die Reform der Lehrerausbildung (für Grund- und Vorschulen) ist wahrscheinlich die wichtigste Veränderung, die in diesem Bereich in den letzten fünf Jahren in Schweden stattgefunden hat. Das Studium der Lehrerausbildung muss nun in direktem Zusammenhang mit der Forschung stehen und soll lokale Entwicklungen in Schulen und Universitäten einbeziehen. Betont werden interdisziplinäre und thematische Studien, eine kollegiale Zusammenarbeit an den Schulen, veränderte Ansätze in den Bereichen Lernen und Kommunikation sowie Lehren und Vermittlung. Die neue Lehrerausbildung unterstreicht auch die Bedeutung des Einflusses durch Studierende und Team-Arbeit. Die klassische Musikerziehung für Kinder in Schweden wird an Pflichtschulen sowie an freiwillig besuchten Kunst- und Musikschulen erteilt. Kunst- und Musikschulen sind Körperschaften, die aufgrund der eher an den Pflichtschulen orientierten Lehrerausbildung oft vernachlässigt wurden, zumal die frühere Ausbildung vor allem am Klassenunterricht und weniger am Instrumentalunterricht ausgerichtet war. In einigen Städten macht sich der Wunsch für eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Schulen sowie den Kunst- und Musikschulen bemerkbar. Von Lehrern an der Kunstschule Örsköldsvik kam das Ansuchen um Weiterbildung für pädagogische Arbeit in Bezug auf den Unterricht von Tanz, Schauspiel und Musik. Die Lehrkräfte waren an verstärkten Kontakten zwischen den verschiedenen Unterrichtsfächern, der Universität und der Lehrerausbildung (Unterrichtstraining) interessiert. Außerdem waren sie daran interessiert, neue Wege für ein kooperativeres Arbeitsmodell zu finden.

Teilnehmende und Ansatz des Kurses
Der Kurs namens "Pädagogische Arbeit in Schulen und Kunstschulen" wird von drei Dozenten der Universität von Umeå geleitet. Die Gruppe besteht aus 29 Studierenden, die meisten sind Instrumentallehrer oder Lehrer für Ensemblespiel an städtischen Kunstschulen, einige unterrichten in Bereichen wie Tanz oder Schauspiel, einige unterrichten als Musiklehrer an Pflichtschulen. Der Kurs ist Teil ihrer beruflichen Fortbildung. Die Vormittage sind für Input an die Studierenden bestimmt, z. B. durch Hinweise auf neue Forschungsergebnisse der Musikpädagogik und allgemeine akademische Publikationen. Die Nachmittage sind für Gruppenarbeit nach dem "accompagnato-Modell" bestimmt.
Die Musikschullehrerinnen und -lehrer kommen aus einer Tradition, bei der Einzelunterricht mit ein oder zwei Instrumenten üblich ist. Nun sind sie mit Situationen konfrontiert, in denen manche vor Gruppen von bis zu 30 Schülerinnen und Schülern stehen und sie zusammen mit dem gewohnten Klassenlehrer Musik als Schulfach unterrichten. Es besteht außerdem der Wunsch nach engerer Kooperation zwischen allen Instrumentallehrern und den Lehrern für Tanz und Rhythmik.
Der Kurs ist so aufgebaut, dass die Studierenden den Verlauf durch das Aufwerfen von praxisrelevanten Fragen bestimmen, die dann in kleinen Gruppen von den Teilnehmern untersucht werden.

Das problemorientierte Lernen ("problem-based learning", PBL) ist zentraler Bestandteil des Konzepts. Da dieser Kurs in Örsköldsvik stattfindet, einer kleinen Stadt südlich von Umeå, erfolgt die Kommunikation zwischen den Studierenden und den Lehrern größtenteils über das Internet. Jeder Universitätslehrer ist für eine Gruppe von ungefähr zehn Studierenden verantwortlich, die er bei ihrer Arbeit und den abzufassenden Berichten individuell berät. Die Universitätslehrer treffen sich regelmäßig zur Besprechung der Kurse und auch die Studierenden haben ihre eigenen Treffen in kleinen Gruppen. Die Ergebnisse dieser Zusammenkünfte und der Hospitationen in Kleingruppen werden von jedem Teilnehmer am Ende gemeinsam mit den Praxisberichten (Logbüchern) und den Hospitationserfahrungen zu einem Abschlussbericht zusammengefasst, in dem auch die Ergebnisse bezüglich des Forschungsthemas oder Anliegens einfließen.

Kursaufbau und Kursthemen
Zunächst erfolgt eine Einführung der Teilnehmer in die Entwicklung und Forschung, wobei Erfahrungen der Erziehungsarbeit im Bereich von Tanz und Rhythmik, Schauspiel und Musik in den Kunst- und Musikschulen einfließen und genutzt werden. Der Kurs hat einen wissenschaftlichen Zugang zur Erziehung und Musikerziehung und soll die neuesten Ergebnisse der modernen Forschung in den Bereichen Musikpädagogik, Tanz und Rhythmik mit einbeziehen. Theoretische Grundsätze zu Fragen an die Moderne in Bezug auf bereits erwähnte Themen rund um das Lehren und Lernen werden "problematisiert". Es wird außerdem über die verschiedenen Formen von Schulen, über den aktuellen vom Erziehungsministerium erlassenen Lehrplan und sonstige Schriften, Konzepte wie erziehungswissenschaftliche Haltungen und Theorien zur Musikerziehung, Theorie und Praxis, Musikalität wie auch die Lehrerausbildung für verschiedene Fächer diskutiert. Der Kurs ist in drei Teile unterteilt: Vorlesungen, Seminare und Gruppengespräche unter der Aufsicht eines Gruppenleiters. Es wird außerdem erwartet, dass die Mitglieder des Kurses Diskussionsgruppen bilden, um über die Erfahrungen mit der eigenen Forschung, mit der sie sich befasst haben, zu diskutieren. Diese Sitzungen werden von den Teilnehmern selbst organisiert und protokolliert.

Die Themen der sechs Seminar-Sitzungen (am Ende jeweils immer zur E-Mail-Kommunikation):
1. Sitzung: Kurseinführung, Diskussion verschiedener pädagogischer Modelle aus Schweden (geschichtlich und thematisch), Training im professionellen Gespräch, Tutor-Übungen, Präsentation einer Forschungsidee, Vorschläge fürs gegenseitige Hospitieren; 2.: Musikpädagogik und Modernität, Ideen für die Forschung, Planung der ersten Hospitation, Vorbereitungen der ersten Hospitation, Präsentation einer interessanten Forschungsfrage und eines Zeitplans; 3.: Schriften von Bourdieu und Gustavsson, Gespräche über die Erfahrung bei der ersten Hospitation, Gespräch über das Verfassen eines Berichts, Tutoriumfragen und Aufbereitung für Forschungszwecke, Vorbereitungen der zweiten Hospitation, Beginn des schriftlichen Berichts; 4: Musik und Gender, Gespräch über die dritte Hospitation, Tutorienberichte, Weiterentwicklung des Abschlussberichts; 5.: Tutorienberichte, Einübung der Rollen des Kontrahenten und des Antwortenden, Fertigstellung des Berichts; 6.: Prüfung: Handeln als Kontrahent und Antwortender, Vorstellung der jeweiligen Berichte.

Die Themen der fünf Kursvorlesungen:
1. Was ist Forschung? Theorie und Praxis. Information über laufende Forschungsprojekte sowie kurze Zusammenfassungen und Diskussionen über neue Forschungspublikationen; 2. Bedingungen für den Musikunterricht anhand von Fragen von Ericson (2002), Gustavsson (2000) und Johansson (2002); 3. Gender, angelehnt an Weiner, Berge und Green; 4. Wie ein Forschungsprojekt entwickelt wird; 5. Ästhetische Kategorien nach Edström (2002).

Motive, Anliegen und Absichten von "accompagnato"
o Fakten und Information sind in der heutigen Gesellschaft leichter zugänglich. Wie diese Information gehandhabt, zu Wissen verarbeitet und den Veränderungen der Gesellschaft angepasst werden, ist die Aufgabe des Lehrers von heute
o Schaffen eines Forums für Begegnungen, für Gespräche, Diskussionen, zum Reflektieren, zum Lachen
o Lehrertätigkeiten den anderen Lehrern und Kollegen zugänglich machen
o Eine gemeinsame Sprache entwickeln für Diskussionen und Literatur
o Neue Ideen und Theorien integrieren (Fachliteratur und Seminare)
o Gedanken in Worte und Texte umsetzen
o Modell eines Lernprozesses umsetzen: vernetzter Prozess durch "Tun - Berichten - Erforschen - Reflektieren"
o Selbstständigkeit und Selbstvertrauen entwickeln
o Gemeinsam arbeiten
o Konstruktiv kritisieren
o Professionalität des Lehrers fördern: Aktuelle Forschung in der Pädagogik, Integration von außerschulischem Bereich und Schule, Analyse und Reflexion, Lehrplan-Diskussionen, Entwicklung von professioneller Gesprächsführung.

Ergebnisse
Der Kurs basierte auf dem Konzept, dass die individuellen Überlegungen der Lehrer wichtig sind, dass die Arbeit eine Art autonomes und kollegiales Lernen sein sollte, also eine Form des problemorientierten Lernens, und zwar begründet in der Lehrerfahrung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und individuellen Fragen, die ihnen ein Anliegen sind. Grundsätzlich wollten wir uns im Laufe des Programms darauf konzentrieren, den Teilnehmenden die Möglichkeit anzubieten, eine Methode kennen zu lernen und auszutesten, die auf den Ausbau der kollegialen Kommunikation und auf Wissensaustausch zielt und die auch nach Ende dieses Kurses weiterhin umgesetzt werden könnte. Ein anderer wichtiger Aspekt war die Arbeit so anzulegen, dass die Problematik, die oft als Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis wahrgenommen wird, im Mittelpunkt stehen sollte. In diesem Kurs hatten wir auch vor, aktuelle Forschung aus dem Bereich der Musikpädagogik vorzustellen und diese nicht nur in die Unterrichtspraxis einzubinden; wir wollten sie auch in die Praxistheorie einbauen. Wir haben unter anderem "Pedagogics for the 21st Century (2002)" von Henry Egidius verwendet, das eine autonome, kollegiale und problemorientierte Lernmethode betont und gleichzeitig einen Überblick über die Geschichte der Pädagogik vermittelt.

Wichtige Faktoren, die sich im "accompagnato-Kurs" niederschlugen, waren:
o Die Lehrerausbildungsreform, der nationale Lehrplan Lpo 94
o Die Umstellung von Gemeindeschulen zu Kunstschulen
o Gespräche bezüglich einer integrativen Lehrerausbildung (noch im Gang)
o Ein funktionierendes ICT (Interactive Communication Technique)
o Der Wunsch nach Einarbeitung der Ideen aus "accompagnato" mit den Erfahrungen der Lehrer in den lokalen Klassen
o Die Zusammenarbeit mit der Kunstschule
o Lehrerwegweiser und Kursplan für die Lehrerausbildung.

Die wichtigsten Schritte während des Kurses waren:
o Das Verbinden von Theorie und Praxis, Lehrerausbildung und Arbeit an den Schulen
o Das Aufzeigen der Verbindung zwischen Forschung und Arbeit an den Schulen
o Hospitationen (ein Projekt erschließen, Anliegen formulieren und Kommunikationswege finden)
o Das Schreiben von Berichten
o Das Formulieren und Durcharbeiten pädagogischer Sachverhalte, auch schriftlich
o Das Einrichten der Möglichkeit für die Teilnehmenden, sich einmal im Monat während der Arbeitszeit zu treffen
o Die Unterstützung des Projekts durch die Schulleitung hat sich als entscheidend für die Teilnehmer erwiesen
o Dass die gesamte Schule an diesem Kurs beteiligt war.


Literatur (Auswahl)

o Dubs, Rolf: Lehrerverhalten. Ein Beitrag zur Interaktion von Lehrenden und Lernenden im Unterricht. Zürich 1995 (Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes)

o Herrmann, Ulrich: Wie lernen Lehrer ihren Beruf? Empirische Befunde und praktische Vorschläge. Weinheim und Basel 2002 (Beltz Verlag)

o Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? Berlin 2004 (Cornelsen Scriptor Verlag)

o Niermann, Franz / Wimmer, Constanze (Hg.): Musiklernen - ein Leben lang. Materialien zu weiterbildung, lifelong development. Wien 2004 (Universal Edition)

o Schulz von Thun: Praxisberatung in Gruppen. Weinheim und Basel 1996 (Beltz Verlag; 3. Aufl. 1999)

o Stöger, Christine: Erfahrungswissen für den Lehrberuf. "accompagnato" - Ein Kurskonzept zur Vernetzung von Studium und Beruf. In: Diskussion Musikpädagogik, Heft 23/2004, S. 33-39

o accompagnato

Vorabdruck aus dem Kongressberichts-Band zur 25.
Bundesschulmusikwoche in Hannover, hg. Im Auftrage des Verbandes deutscher
Schulmusiker von Hans Bäßler (erscheint im Schott Verlag Mainz 2005)

1An diesem Projekt waren folgende Personen beteiligt: Brigitte Lion-Slovak, Franz Niermann und Christine Stöger für Wien (A), Beat Hofstetter für Basel (CH), Katharina Badenhop-Derben, Hans Bäßler, Klaus-Jürgen Etzold und Ekkehard Mascher für Hannover (D), Heinz Geuen und Christine Stöger für Köln (D), Manfred Scheid und Tommy Strandberg für Umeå (S) sowie Branka Rotar Pance und Barbara Sicherl-Kafol für Ljubljana (SLO).

 

 
  
 

 

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Zuletzt bearbeitet: 15.01.2007

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