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Dienstag, 29.03.2011 09:51 - Alter: 8 Jahre

Vom Sentographen zur Gänsehautkamera

Beim Tectum-Verlag ist in der Reihe Musikwissenschaft eine Schrift zur "Entwicklungsgeschichte und Systematik elektronischer Interfaces in der Musikpsychologie" erschienen. Die HMTMH-Forscher Reinhard Kopiez, Jessika Dressel, Marco Lehmann und Friedrich Platz wollen Wissenschaftlern mit dieser Publikation eine schnelle Orientierung bei der täglichen Arbeit und bei der Entwicklung von Erfassungssystemen an der Schnittstelle von Mensch und Messgerät geben.

Die Entwicklung der Musikpsychologie wurde in den letzten 40 Jahren begleitet durch die Entstehung einer Vielzahl von Messgeräten zur Erfassung des menschlichen Musikverstehens und -erlebens. Diese Geräte spielten für den Aufstieg der Musikpsychologie zur wichtigsten Disziplin der empirischen Musikforschung eine zentrale Rolle. Doch welche Forscherin oder
welcher Forscher kennt die Hintergründe von Erfassungssystemen wie dem Sentographen, dem Continuous Response Digital Interface (CRDI) oder der Gänsehautkamera? Häufig sind die Quellen zu diesen Interfaces weit verstreut und zum Teil nur schwer zugänglich.
Zum ersten Mal liegt nun mit dieser spannenden Dokumentation sowohl eine Ideengeschichte musikpsychologischer Interfaces seit 1970 als auch eine Systematik vor. Die Beziehungen zwischen den mehr als 30 dokumentierten Einzelentwicklungen werden in einem überschaubaren Stammbaum der Interfaces dargestellt. An den Interface-Entwicklungen ist abzulesen, wie die empirische Musikforschung immer wieder neu versucht, die Eigenleistung des psychischen Apparats beim Musikhören mit objektiven und den jeweiligen Fragestellungen angemessenen Methoden zu ergründen.

Tectum Verlag März 2011, 210 Seiten Paperback
ISBN 978-3-8288-2621-2