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Mittwoch, 06.06.2012 12:09 - Alter: 10 Jahre

Musikkonsumenten als Produzenten

Die dritten Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung vom 29. bis 30. Juni 2012 gehen der Frage nach, wie sich das Musikkonsumverhalten im digitalen Zeitalter verändert hat.

Die derzeit heftig geführte Urheberrechtsdebatte hat viele Facetten. Eine davon ist, dass sich das Konsumverhalten der Menschen in der digitalen Welt insgesamt grundlegend verändert hat. Dies lässt sich am Beispiel der Musik am besten nachvollziehen. Seit über einem Jahrzehnt werden Musikfiles in großen Mengen in Tauschbörsen getauscht. Das Bewusstsein dafür, dass es sich dabei um urheberrechtlich geschützte Inhalte handelt, ist wenig bis gar nicht ausgeprägt. Außerdem hat sich der Musikkonsum mittlerweile in die Cloud verlagert und es gibt neue Nutzungsformen, die vor kurzem noch völlig unbekannt waren. Die Unternehmen der Musikbranche mühen sich unterdessen damit ab, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die zum einen den neuen Konsumbedürfnissen entsprechen, zum anderen aber auch wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich sein müssen – ein Spagat, der derzeit nur schwer zu bewältigen ist.

Es ist daher besonders wichtig, das geänderte Musikkonsumverhalten zu analysieren und zu verstehen. Dazu werden im Rahmen der dritten Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung aktuelle Studien der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der University of Hertfordshire (Großbritannien) präsentiert. In einem weiteren Beitrag von Prof. Carsten Winter von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wird aufgezeigt, dass die Grenzen zwischen passivem Musikkonsum und aktiven Musikschaffen zu verschwimmen beginnen. Es lässt sich feststellen, dass Musik heutzutage verwendet und weiterverarbeitet wird. Der Musikkonsument wird damit zum Produzenten, was im Begriff des Prosumers seinen Ausdruck findet. Vor diesem Hintergrund wird von Prof. Joel Waldfogel von der University of Minnesota (USA) der Frage nachgegangen, wie sich das neue Musikkonsumverhalten auf die Qualität der Musik auswirkt. Weiterhin wird das Phänomen des Musik-Filesharings genauer unter die Lupe genommen.

Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung/Vienna Music Business Research Days
29.-30. Juni 2012 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – Joseph Haydn-Saal
Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien
Eintritt frei, Anmeldung und Rückfragen: usic.business.research@gmail.com

Konferenzhomepage mit allen Programmpunkten und Informationen:
http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/wiener-tage-der-musikwirtschaftsforschung-3/

Die Vienna Music Business Research Days auf Facebook: http://www.facebook.com/ViennaMusicBusinessResearchDays

Organisiert vom Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) und dem Institut für Musiksoziologie (IMS) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, dem Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie von der Internationalen Gesellschaft für Musikwirtschaftsforschung.