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Dienstag, 23.02.2016 12:57 - Alter: 7 Jahre

Honorarprofessuren vergeben

An die langjährigen Lehrenden Darlén Bakke, Thomas Brendgens-Mönkemeyer und Dr. Elena Levit wurde eine  HMTMH-Honorarprofessur vergeben. Grundlage war eine Empfehlung der zuständigen Kommission, der sich Senat und Präsidium der Hochschule mit sehr positivem Votum angeschlossen hatten. Als Kriterien für die Vergabe einer Honorarprofessur gelten eine exzellente Lehre und ein herausragendes künstlerisches, pädagogisches oder die Selbstverwaltung mittragendes Engagement für die HMTMH. Ebenso sollte ein besonderes Interesse der Hochschule bestehen, die jeweilige Person an das Haus zu binden.

Zu den Personen

Darlén Bakke erfüllt die Voraussetzungen für die Vergabe einer Honorarprofessur auf hervorragende Weise: Seit über zwei Jahrzehnten unterrichtet die gebürtige Norwegerin an der HMTMH mit hohem Engagement und exzellenten Lehrerfolgen; zudem setzte sie sich in außergewöhnlicher Weise für Hochschulprojekte vor allem auch im Bereich der Neuen Musik ein. „Durch ihre Erfahrungen, Kenntnisse und starke Vernetzung auch über die Hochschule hinaus hat sie die Horizonte der Studierenden erweitert und so einen gewichtigen Anteil an der Attraktivität der Neuen-Musik-Kultur in Hannover“, lobte Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann in ihrer Laudatio.

Mit der Reihe „unerhört“ initiierte Darlén Bakke ein richtungsweisendes Konzertformat an der HMTMH, das Kompositionen von Frauen bekannt machte. Ihr Engagement in der Selbstverwaltung spiegelt sich in der Mitgliedschaft in zahlreichen Berufungskommissionen, im Senat sowie in der Kommission für Gleichstellung. Für die Verleihung der Honorarprofessur im Rahmen einer HMTMH-Vollversammlung im Januar 2016 sprachen gute Gründe: „Sie wurden gleich zweimal von Kolleginnen und Kollegen vorgeschlagen, was ein helles Licht darauf wirft, welche Wertschätzung Ihnen in diesem Kreis entgegengebracht wird.“

Darlén Bakke gewann bereits als Elfjährige den ersten Preis im Norwegischen Klavierwettbewerb „Klaviermeister der Jugend“ und trat mit zwölf Jahren in mehreren Orchesterkonzerten als Solistin auf. Sie studierte in Oslo, Salzburg und Hannover unter anderem bei Einar Steen-Nökleberg und zuletzt in der Solistenklasse von Hans Leygraf. Seit 1986 ist sie Dozentin an der HMTMH und wurde für die Jahre 1999 bis 2002 mit dem niedersächsischen Dorothea-Erxleben-Stipendium ausgezeichnet.

Thomas Brendgens-Mönkemeyer hat sowohl in der Lehre als auch im Rahmen seines Engagements für die HMTMH Hervorragendes geleistet: Dass er ein exzellenter Gitarrenlehrer ist, bezeugen nicht nur die eingeholten Gutachten, sondern vor allem auch die beeindruckende Liste seiner Absolventen, die zu den besten Gitarristen Deutschlands gehören. Er hat die JRP-Methodik aufgebaut und ist gleichermaßen im FüBA- wie im künstlerischen Bereich mit großem Erfolg tätig.

„In den nunmehr 31 Jahren, die Sie als Lehrbeauftragter an der HMTMH tätig sind, haben Sie sich immer in einem zeitlich weit darüber hinausgehenden Maß an der Hochschularbeit beteiligt“, betonte Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann anerkennend: „Sie haben maßgeblich an der Studiengangsentwicklung im Rahmen der Bachelor-Master-Umstellung mitgewirkt und immer wieder Ensembles und Tutorien initiiert. Sie sind eine der prägenden Lehrerpersönlichkeiten im Bereich Jazz|Rock|Pop!“

Nach Germanistik und Philosophie studierte Thomas Brendgens-Mönkemeyer klassische Gitarre an den Musikhochschulen Dortmund und Köln bei Prof. Werner Kämmerling und am Berklee College of Jazz in Boston. Er besuchte Meisterkurse bei Karl Scheit, Jim Hall und Barney Kessel und lehrte an Universitäten und Musikhochschulen in Köln, Oldenburg, Hannover, Bremen und Hamburg. Bis 1999 hatte der vielseitige Musiker und Komponist die Professur Jazz an der HfK Bremen und die Leitung der Studienrichtung Jazz und jazzverwandte Musik inne.

Dr. Elena Levit erhält eine Honorarprofessur in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste am Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF). Damit wurden das künstlerisch-pädagogisch leidenschaftliche Wirken der Klavierpädagogin und ihre hohe künstlerische Reputation gewürdigt.

„Sie sind auf Ihre unendlich bescheidene, zurückhaltende Art beinahe unbemerkt in die Fußstapfen von Karl-Heinz Kämmerling getreten, indem Sie pianistische Spitzentalente vom Kindesalter an und kontinuierlich bis in das Erwachsenenalter hinein gefördert haben“, unterstrich Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann in ihrer Laudatio im Rahmen des IFF-Jubiläumskonzert Ende November 2015. „Sie vermitteln hohes handwerkliches Können, schulen den Geschmack, geben ästhetische Orientierung, lassen die Studierenden an Ihren künstlerischen Erfahrungen teilhaben, geben Ihr Wissen weiter. […] Ich habe tiefen Respekt für Ihre Arbeit, auch für die Verantwortung, die sie für Konzertorganisation, Selbstverwaltung und Prüfungen der Studierenden sowie für die konzeptionelle Weiterentwicklung des Instituts übernehmen.“

Dr. Elena Levit wurde in Russland geboren. Ihre Schülerinnen und Schüler gewannen erste Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben und erhielten Stipendien von renommierten Stiftungen wie u. a. der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Jürgen Ponto Stiftung, der Stiftung Jugend Musiziert und der Jütting Stiftung. Elena Levit studierte bei der berühmten Neuhaus-Schülerin Berta Maranz an der Musikhochschule in Nizhni Nowgorod. Nach dem Studium widmete sie ihre Arbeit dem Bereich der Kinder- und Jugendlichen-Ausbildung. Sie war Leiterin der Klavierabteilung der Musikschule Nizhnij Nowgorod und Dozentin an der Musikhochschule Nizhnij Nowgorod. Seit Gründung des Instituts ist sie als Klavierlehrerin des IFF tätig, seit 2005 mit einem Lehrauftrag.

Zur Vergabe

Die Kommission zur Vergabe von Honorarprofessuren war vom Senat der HMTMH im Januar 2014 eingesetzt worden. Sie prüft eingehende Vorschläge und erstellt auf der Grundlage von zwei Gutachten eine Stellungnahme für Präsidium und Senat. Sind zwei der drei genannten Kriterien erfüllt, spricht sie gegenüber dem Senat eine Empfehlung zur Verleihung eines Honorarprofessur-Titels aus. Ein positives Senatsvotum vorausgesetzt, fällt das Präsidium die finale Entscheidung auf Basis der jeweiligen Lehrevaluationsergebnisse.

„Ich freue mich, dass die HMTMH ein transparentes Verfahren zur Vergabe von Honorarprofessuren aufgestellt hat, so dass am Ende meiner ersten Amtszeit eine Möglichkeit etabliert ist, langjährige, verdienstvolle Lehrende zu ehren“, sagt Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann. „Für die Gestaltung einer Kultur der Wertschätzung sehe ich darin einen wichtigen Meilenstein.“