Meldungen

 

Mittwoch, 05.04.2017 14:57 - Alter: 2 Jahre

Zum Tode von Gerhard Schumann

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover trauert um Professor Gerhard Schumann, der im Januar 2017 verstarb.

Gerhard Schumann, geboren 1934 in Dresden, studierte Musikwissenschaft, Psychologie, Kunstgeschichte und Germanistik in Leipzig und Jena und schloss sein Studium als Diplommusikwissenschaftler mit einer Arbeit über die Formprinzipien in den Solokantaten Dietrich Buxtehudes ab.

Vor seiner Flucht aus der DDR 1973 war Schumann sehr erfolgreich als Dramaturg, Musikdramaturg und wissenschaftlicher Redakteur in Rundfunk und Verlag tätig, darunter fast zehn Jahre als Abteilungsleiter für Musikliteratur im größten Kunstverlag der DDR. Dort arbeitete er mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Künstlern wie Zofia Lissa und Walter Felsenstein eng zusammen, lektorierte u. a. zwölf Jahrgänge des Jahrbuchs der Komischen Oper und gab zusammen mit Hans-Gerald Otto und Horst Seeger das bekannte Opernlexikon im Hentschel Verlag heraus.

1975 kam Schumann als Lehrbeauftragter an die Hochschule für Musik und Theater Hannover und bekam zum 1. April 1977 einen Vertrag als hauptberufliche Lehrkraft im Fach Musikgeschichte. Er unterrichtete in den Abteilungen Oper und Tanz, dann auch das „Seminar für Lehrer an Musikschulen und in freiberuflicher Tätigkeit“ in den Fächern Musikgeschichte im Überblick, Tanzgeschichte, Operngeschichte und Liedkunde. Da er bei seiner Flucht auch eine angefangene Dissertation in der DDR zurücklassen musste, war der Weg auf eine Professur für Gerhard Schumann sehr mühevoll. Von 1978 bis 1984 wurde geprüft, gestritten, geklagt und schließlich von einer Fachkommission geprüft, ob er die Voraussetzungen für eine Übernahme auf eine Professur erfüllte. Endlich, im Dezember 1984, kam der positive Bescheid, auf dessen Grundlage zum 1. Juli 1986 die Ernennung zum Professor an der Hochschule erfolgen konnte. Nach Erreichen der Altersgrenze trat Gerhard Schumann am 30. September 1999 in den Ruhestand. Wer sich mit Gerhard Schumann – in der Bibliothek – unterhielt, spürte sofort seine Einsatzbereitschaft, sein Engagement im Unterricht wie auch seinen sehr weiten fachlich-berufsorientierten Horizont.