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Dienstag, 03.09.2019 11:02 - Alter: 12 Tage

HMTMH trauert um Konrad Haesler

Konrad Haesler, über drei Jahrzehnte Lehrender an der HMTMH, verstarb am 20. August 2019 im Alter von 82 Jahren.
Am 25. März 1937 in Weimar geboren, studierte Konrad Haesler bei Arthur Troester an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg Violoncello, legte dort 1963 seine künstlerische Reifeprüfung ab und übernahm für ein Jahr einen Lehrauftrag. 1966 kam Konrad Haesler nach Hannover, wurde Cellist (später Solo-Cellist) im NDR Orchester. Fast 30 Jahre lang reiste er mit dem Heutling-Quartett um die Welt.
Im Oktober 1975 nahm Konrad Haesler als Lehrkraft im Angestelltenverhältnis seine langjährige Tätigkeit in der HMTMH auf. Er unterrichtete im Hauptfach und Nebenfach Cello (in Künstlerischer Ausbildung, Methodik und Lehramt Musik an Gymnasien) – und dies mit enormem Engagement. 1997 schrieb er: „In der Cello-Methodik habe ich seit Übernahme dieser Disziplin im Jahre 1978 über 40 Kandidaten auf die Prüfung vorbereitet, im Hauptfach Cello noch einmal die Hälfte.“  Haesler wurde nicht nur mit dem Unterricht der Methodik im Instrumentalfach, sondern auch mit den Orchesterstudien in der künstlerischen Ausbildung betraut. Für seine großen Verdienste wurde er im Februar 1987 durch Minister Cassens zum Honorar-Professor bestellt. Mit Erreichen der Altersgrenze endete der Arbeitsvertrag von Konrad Haesler zum 31. März 2002, aber er blieb seinen Studierenden treu, führte sie im Lehrauftrag bis zum Abschluss und unterrichtetet Methodik bis zum Wintersemester 2008/2009.
Konrad Haesler, so erinnert sich Markus Becker, „war ein überaus aufmerksamer und anregender Gesprächspartner, im Deutschen wie auf Französisch, konnte seine Standpunkte (und die hatte er!) mit großer Klarheit, mit Humor und Verständnis für sein Gegenüber vertreten. Wenn er, immer gut und passend gekleidet, schwungvoll mit dem Fahrrad oder Motorroller und dem Cello auf dem Rücken zur Hochschule kam, war ihm kein Alter anzumerken.
Seine klare Diktion, die so warmherzige wie disziplinierte Ausstrahlung, das kennzeichnete Konrad Haesler auch als Musiker. Sein wunderbar singender, schlanker Celloton, die musikalischen Impulse, die er als Solo-Cellist ins Orchester schickte und die geduldige wie freundlich fordernde Art, die seine Musizierpartnerinnen und -partner so an ihm schätzten – das alles ist ganz präsent in der Erinnerung.
Als Lehrer lag ihm besonders die ganz junge Generation am Herzen – zu seinen Schülern am Cello zählte u. a. der kleine Cornelius Meister, heute ein Dirigent auf den großen Podien. Konrad baute dem kleinen Schüler mit dem Viertelcello einen Sitz auf der Basis eines niedrigen Betstuhls, den er mit Aktenordnern und Kissen auf die passende Höhe brachte. Generationen von kleinen und großen Schülern hat Konrad geprägt, wie auch seine vier Enkelkinder, mittlerweile zwischen elf und 26 Jahren, von denen er immer sehr liebevoll berichtete.
In den letzten Jahren war Konrad aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, sich zurückzuziehen. Freunde, die ihn besuchten, berichten von schönen Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen.“
Wir trauern um Konrad Haesler und werden seiner dankbar gedenken.