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Dienstag, 20.10.2020 12:50 - Alter: 38 Tage

Trauer um Christa-Maria Hartmann

Christa-Maria Hartmann, über 30 Jahre Lehrende an der HMTMH, verstarb am 2. Oktober 2020 im Alter von 88 Jahren.

Geboren am 23. August 1932 in Hannover, begann Christa-Maria Hartmann bereits im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen. In den für ihre Familie schwierigen, teils in Sorsum bei Hildesheim verbrachten Kriegsjahren war es nicht einfach, ihre pianistische Ausbildung fortzusetzen. Anfang 1950 wurde sie dann Schülerin von Bernhard Ebert und widmete nach dem Abitur 1951 „ein Jahr der ausschließlichen Arbeit am Klavier – verbunden mit ersten größeren Konzerterfolgen“. Sie studierte zwischen 1952 und 1955 an der Akademie für Musik und Theater Hannover und schloss ihr Studium im März 1955 mit der Staatlichen Musiklehrerprüfung ab. Die Weiterarbeit mit Andor Foldes sowie ein Meisterkurs bei Wilhelm Kempff in Positano prägten sie sehr.

1957 heiratete Christa-Maria Hartmann den Tonmeister Heinz Wildhagen. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, die Christa-Maria Hartmann nach der Scheidung 1967 allein erzog.

Christa-Maria Hartmanns Tätigkeit für die HMTMH begann im Oktober 1967 als Lehrkraft im Angestelltenverhältnis. Sie wurde dann für die Übernahme in das Beamtenverhältnis vorgeschlagen und am 2. September 1974 zur Professorin ernannt. Nach Erreichen der Altersgrenze wurde sie mit Ablauf des Monats September 1997 in den Ruhestand versetzt, blieb der Hochschule jedoch noch bis Ende September 2000 im Lehrauftrag treu.

Prof. Bernd Goetzke erinnert sich an seine langjährige Kollegin mit besonderer Sympathie und schildert Christa-Maria Hartmann als eine Person, „an die ich nie ohne ein Lächeln zurückdenke. Sie gehörte in einer Zeit, in den 1960er bis 1990er Jahren, zu den immer-präsenten und unverzichtbaren Persönlichkeiten an unserer Hochschule, in der die Klavierabteilung einen Aufschwung nahm, der uns bis in die Gegenwart trug. Ihre professionelle Leidenschaft, ihr blitzender Humor, die entwaffnende Klarheit ihrer Gedanken bleiben als einige Wesensmerkmale in Erinnerung – zumal sie davon auch nach ihrem Ausscheiden aus der Hochschule nichts verloren hatte. Bis zuletzt spielte sie täglich Klavier – übte z. B. das erste Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier jeden Tag in einer anderen Tonart –, war sehr gut informiert über die Welt außerhalb ihrer Seniorenresidenz und hatte ‚von früher‘ nichts vergessen. Und auch wir, die sie kannten und mit ihr zusammenarbeiten durften, können und werden sie nie vergessen.“

Wir trauern um sie und werden ihrer dankbar gedenken.