Meldungen

 

Donnerstag, 04.03.2021 17:01 - Alter: 38 Tage

Trauer um Ernst-August Schrader

Die HMTMH trauert um ihren Ehrensenator Ernst-August Schrader, der am 4. Februar 2021 verstorben ist. Ernst-August Schrader war über ein Jahrzehnt einer der größten Förderer der HMTMH und hat unser aller Arbeit, vor allem auch die der Schauspielabteilung, mit größtem Interesse und Verbundenheit begleitet.

1931 in Hannover geboren, absolvierte Ernst-August Schrader nach dem Abitur in Bad Pyrmont eine kaufmännische Ausbildung in Köln und Hannover und trat dann in das elterliche Geschäft, das Teppichaus Germania in Hannover, ein. 30 Jahre war er Sachverständiger für ausländische Teppiche bei der IHK. Von seinen im Beruf erworbenen internationalen Erfahrungen konnte er sehr lebendig erzählen. Möglicherweise lag hier eine Quelle seiner Faszination für die HMTMH als Hochschule, in der internationale Studierende und Lehrende aus aller Welt zusammenleben und arbeiten. Seit 2007 ließ Ernst-August Schrader Studierenden über die Stiftung für die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Mittel in bemerkenswerter Höhe zukommen und begründete die Förderlinie der Schrader-Preise. Das war die Grundlage für die im November 2009 vom Senat verabschiedete Stipendienordnung der HMTMH und ein wichtiger Grundstein für das bis heute wachsende Stipendien-Programm der Hochschule. Für seine „hohen Verdienste um die Hochschule“ verlieh die HMTMH Ernst-August Schrader am 7. Mai 2008 den Titel eines Ehrensenators. Seine über Jahre „hohen Verdienste“ lagen in seinem immer zugewandten Mäzenatentum. Sehr oft kam er zu den Aufführungen in der HMTMH und ließ sich von dem, was die Studierenden auf die Bühne brachten, in den Bann ziehen.

Manfred Kuhn, langjähriger Vorsitzender und jetzt Ehrenvorsitzender der Stiftung der HMTMH, erinnert sich: „Die von der Mitgliederversammlung Ende 2006 beschlossene Gründung einer langfristigen Förderinstitution für die Studierenden in Form einer Stiftung fand bei Herrn Schrader sofort großen Anklang. Fast 15 Jahre lang war er ein aktiver Unterstützer und sehr wohlwollender Begleiter der Stiftung. Ein wichtiger Punkt aber war ihm in vielen Gesprächen die Verwendung der Stiftungsmittel. Am Herzen lag ihm auch die persönliche Förderung einzelner Studierender, und deren individuelle Danksagungen waren ihm eine große Freude. Während der vielen Veranstaltungen, an denen er teilnahm, konnte er sich vom hohen Ausbildungsniveau der Studierenden im Schauspiel- und Gesangsbereich sowie bei Konzerten überzeugen und sah sich damit in seinen Förderungen bestätigt. Dies äußerte er auch bei Verleihungen der von ihm geförderten Deutschland-Stipendien.
Sein großes Interesse an der Ausbildung und dem bisherigen Lebenslauf der Studierenden zeigte sich auch in persönlichen Kontakten zu den Geförderten. Eine kleine Anekdote am Rande: Anlässlich seines 80. Geburtstages brachte eine Studierende im Gesangsbereich ihm ein Ständchen mit Akkordeonbegleitung und konnte ihn auch zu einem Tänzchen bewegen.
Doch nicht nur in der HMTMH, auch in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen zeigte er sein großes Engagement.
Herr Schrader war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer und begeisterter Jäger: Er war eine beeindruckende Persönlichkeit, er ging auf Menschen zu, hatte immer ein offenes Ohr; er war ein Gentleman der alten Schule und konnte mit seiner feinen, verbindlichen Art seinen Gesprächspartner für sich einnehmen. Und er war ein vorzüglicher Redner. Als er anlässlich einer Stipendienverleihung um einige persönliche Worte zur Motivation seiner Förderungen gebeten wurde, hielt er spontan eine tolle Rede – ‚druckreif‘, wie ein Professor sagte.“

Wir trauern um Ernst-August Schrader. Er hinterlässt eine große Lücke. Wir werden ihn vermissen und seiner ehrend und voller Dankbarkeit gedenken.