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Donnerstag, 18.11.2021 16:21 - Alter: 9 Tage

Wissenschaftspreis Niedersachsen für Raphael D. Thöne

Lehrpreis geht an Juniorprofessor der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Am gestrigen Mittwoch, 17. November 2021, wurde Prof. Dr. Raphael D. Thöne, Juniorprofessor für Musiktheorie / Arrangement / Orchestration an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH), mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen in der Kategorie „Lehrpreis“ ausgezeichnet. Wissenschaftsminister Björn Thümler ehrte den Preisträger bei einem Festakt im Schauspielhaus Hannover.

Der mit 25.000 € dotierte Preis zeichnet Lehrende an niedersächsischen Hochschulen aus, die durch innovative Lehrkonzepte und ihre besonders motivierende Art zu lehren überzeugen. Sie vermitteln Leidenschaft für ihr Fachgebiet, arbeiten praxisnah und forschungsorientiert mit den Studierenden und fördern deren Lernmotivation.

Raphael D. Thöne strebt in seiner Lehrtätigkeit die Verknüpfung von musiktheoretischen und künstlerischen Inhalten an, auch mit Partnern außerhalb der Hochschule. Ein Beispiel dafür ist die Begleitung des LIPS-Projektes. Für dieses Projekt mit zahlreichen Partnern wie der Firma Sennheiser oder der Leibniz Universität Hannover erprobten Studierenden der Musikhochschulen in Hannover und München im Herbst 2020 gemeinsam und sehr erfolgreich vernetztes Musizieren über große Distanz hinweg. Ein anderes, künstlerisches Projekt, das der 41-Jährige aktuell verfolgt, ist die Komposition eines studiengangübergreifenden, thematischen Konzeptalbums für Jazz-Ensemble / Rock-Bands und Symphonisches Orchester. Dieses wurde unter Thönes Anleitung von den Studierenden komponiert, arrangiert und orchestriert, bereits mit dem Filmorchester Babelsberg eingespielt und soll – so es die Pandemie hoffentlich bald wieder erlauben möge – auch der Öffentlichkeit in einer Live-Aufführung präsentiert werden.

Besonders diese Lehrinnovationen, die vielfältige Projektarbeit und das Engagement für digitale Lehr- und Lernformen sprechen aus Sicht der Jury für die Verleihung des Preises an den Komponisten, Musiktheoretiker, Arrangeur und Orchestrator. Die Jury, die zur Hälfte aus Studierenden besteht, attestiert ihm dabei eine stets „innovative Musiktheorie- und praktische Kompositionslehre“, mit der er seine Begeisterung für die Musik auf seine Studierenden übertrage. Er erweitert ihren musikalischen Horizont und bereitet sie so optimal auf ihr künftiges Berufsfeld vor. Die Jury betont außerdem Thönes besondere Leistung in diesen herausfordernden Zeiten: „Es ist Ihnen gelungen, die Studierenden trotz der Probleme und Einschnitte, die die Coronapandemie insbesondere im kulturellen Bereich mit sich gebracht hat, immer wieder für ihr Studium zu motivieren.“

Die neue Vizepräsidentin für Wissenschaft der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Prof. Dr. Eva Baumann, beglückwünscht den Kollegen nach der Verleihung: „Die Hochschule ist sehr stolz, mit Raphael D. Thöne einen im wahrsten Sinne so ausgezeichneten und engagierten, kreativen und innovativen Lehrenden in ihren Reihen zu haben.“ Vor allem hebt sie Thönes – häufig infrastrukturell überaus herausfordernden – Einsatz von Digitaltechnologie in der künstlerischen Ausbildung hervor. In seinen Projekten gelinge es ihm, trotz örtlicher Distanz gemeinsame Räume des Lernens und Musizierens zu schaffen und damit die Musizierenden, die Lehrenden und Studierenden näher zusammenzubringen. Dies eröffne den Kulturschaffenden gerade in Zeiten der Pandemie, aber auch weit darüber hinaus überaus wertvolle neue Möglichkeits- und Gestaltungsräume auf professionell höchstem Niveau, so Baumann.

Raphael D. Thöne, seit 2014 Sprecher des Instituts für Jazz|Rock|Pop der HMTMH, bekleidet seit dem 1. Oktober 2020 eine Juniorprofessur Musiktheorie / Arrangement / Orchestration an der HMTMH. Zuvor war Thöne ab 2012 Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fach Musiktheorie.

Prof. Dr. Raphael D. Thöne ist der dritte Preisträger des Wissenschaftspreises Niedersachsen aus den Reihen der HMTMH: 2008 erhielt der Musikethnologe Prof. Dr. Raimund Vogels den Preis in der Kategorie „Forschung“, ebenso wie  im Jahr 2013 der Musikmediziner Prof. Dr. Eckhard Altenmüller.