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Montag, 17.08.2026 13:58 - Alter: 25 Tage
Trauer um Prof. Dr. Christine Siegert
Tief betroffen nimmt die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Abschied von ihrer Absolventin Prof. Dr. Christine Siegert. Die Musikwissenschaftlerin, Hochschulprofessorin und Leiterin des Bonner Beethoven-Archivs verstarb am 3. August im Alter von 55 Jahren nach schwerer Krankheit.
Christine Siegert studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Romanistik und Philosophie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und an der Université de Picardie Jules Verne in Amiens. 2003 wurde sie in Hannover mit einer Dissertation zu Luigi Cherubini promoviert. Zum 70. Geburtstag ihres Doktorvaters Arnfried Edler im Jahr 2008 war Christine Siegert Mitherausgeberin der Festschrift Gattungsgeschichte als Kulturgeschichte (= Ligaturen – Musikwissenschaftliches Jahrbuch der HMTMH, Bd. 3). Im selben Jahr übernahm sie gemeinsam mit Katharina Hottmann auch die Herausgeberschaft für den Band Feste – Opern – Prozessionen. Musik im Dienst kultureller Repräsentation, den ersten Band des vom Forschungszentrum Musik und Gender (fmg) der HMTMH begründeten Jahrbuchs Musik und Gender.
Christine Siegert, die sich in den folgenden Jahren international höchste Anerkennung als Beethoven-Forscherin und Editionswissenschaftlerin erwarb, bekleidete zahlreiche Ehrenämter: Als Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte in Deutschland vertrat sie die Bundesländer im Präsidium des Deutschen Musikrats und engagierte sich u. a. im Beirat des Deutschen Musikinformationszentrums und im Bundesfachausschuss Musikwissenschaft. Sie wirkte in der Bund-Länderkonferenz Jugend musiziert mit und gehörte dem Direktorium der International Musicological Society an.
„Sie war überzeugt, dass Musik weit mehr ist als ein kulturelles Angebot – sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen und offenen Gesellschaft“, heißt es im Nachruf des Landesmusikrats NRW.
Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover spricht Christine Siegerts Angehörigen und Wegbegleiter*innen ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.