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Montag, 23.02.2026 10:30 - Alter: 51 Tage
Trauer um Prof. Brigitte Steinmann
Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) trauert um Prof. Brigitte Steinmann.
Brigitte Steinmann wurde am 26. September 1947 in der Schweiz geboren. Sie studierte Rhythmik bei Mimi Scheiblauer am Konservatorium Zürich und Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Dortmund.
Bevor sie 1978 in Karlsruhe eine private Schule für musikalisch-rhythmische Erziehung gründete und diese bis 1983 leitete, war sie Rhythmiklehrerin beim Landesverband NRW der Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen sowie wissenschaftliche Angestellte an der Abteilung Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ruhr. Zudem arbeitete sie als pädagogische und soziale Beraterin beim Diakonischen Werk Wittgenstein.
Im Jahr 1989 wurde Brigitte Steinmann als Professorin für das künstlerische Fach Rhythmik an die HMTMH berufen und lehrte hier bis zu ihrer Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2007. Daneben war sie als Dozentin für musikpädagogische, sonderpädagogische und künstlerische Themen der Rhythmik im In- und Ausland tätig und engagierte sich u. a. im Vorstand des Bundesverbands Rhythmische Erziehung e. V., darunter von 1987 bis 1995 als Erste Vorsitzende.
Zu ihren Arbeitsschwerpunkten, denen sie sich über ihr ganzes Berufsleben hinweg mit großer Leidenschaft widmete, zählten die Inklusion behinderter und alter Menschen sowie wissenschaftlich geprägtes Handeln in der Rhythmik. Ihre Veröffentlichungen befassen sich sowohl mit theoretischen als auch mit praktischen Aspekten der Rhythmik.
Prof. Meike Britt Hübner (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar), die an der heutigen HMTMH Rhythmik studierte und hier von 2006 bis 2018 als künstlerische Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte tätig war, erinnert sich: "Professorin Brigitte Steinmann hat über viele Jahre die Rhythmikausbildung in Hannover in einzigartiger Weise geprägt. In der ihr eigenen leisen, stets klar strukturierten Weise engagierte sie sich unnachgiebig für das Fach, unterstützte ihre Absolvent*innen weit über den Abschluss hinaus und bewies durch großzügige Schenkungen aus ihrer Materialiensammlung ihren außergewöhnlichen Gemeinsinn. Bis zu ihrem Tod wirkte Brigitte Steinmann aktiv im Arbeitskreis 'Musik und Bewegung /Rhythmik an Hochschulen'. Ihre Publikationen stellen einen einzigartigen Beitrag zur Profilierung des Fachs durch deutliche historische Bezüge und klare Definitionen dar. Unvergessen bleibt auch ihr Einsatz in der Anerkennung des Fachs Rhythmik als immaterielles Unesco-Kulturerbe."
Brigitte Steinmann verstarb am 14. Februar 2026. Noch kurz vor ihrem Tod vermachte sie dem Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) an der HMTMH eine halbe Geige, auf der sie als Kind gespielt hatte. Wir werden unserer langjährigen Kollegin ein ehrendes Andenken bewahren.