Lehrentwicklung

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) weist ein künstlerisch-wissenschaftliches Profil auf. Die künstlerische Lehre zielt im weitesten Sinne auf die Förderung der künstlerischen Entwicklung und Befähigung zum eigenständigen künstlerischen Handeln. Hierfür ist ein hoher Anteil künstlerischen Einzelunterrichts Voraussetzung. Neben der künstlerischen Kompetenz und Exzellenz erfordert diese spezifische Unterrichtsform ein hohes Maß an individueller Reflexions- und Kommunikationsfähigkeiten der Lehrenden und auch der Studierenden.
Neben der künstlerischen Ausbildung bietet die HMTMH gleichermaßen wissenschaftliche Studienrichtungen an: Von Musikwissenschaften und Musikvermittlung, Musikpädagogik über Musiktheorie bis hin zu Kommunikationsforschung und Medienwissenschaften. Die Unterrichtsformate und Herangehensweisen in der Lehre unterscheiden sich in diesen Studiengängen nicht von der Lehre an Wissenschaftlichen Hochschulen. Um die künstlerische und wissenschaftliche Lehre an der HMTMH weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten, die Gestaltung von Lehrveranstaltungen und künstlerischem Unterricht zu unterstützen und neue Impulse in der Lehre zu setzen, können die Lehrenden der HMTMH auf verschiedene Angebote zur Lehrentwicklung zurückgreifen. Das Spektrum umfasst kollegiale Austauschformate wie z.B. kollegiale Unterrichtshospitation (siehe qualitative Reflexion in der Lehre) und kollegiale Beratung (siehe Beratung), bezieht Studierende und Lehrende bei der Lehr-Lerngestaltung ein (im Rahmen der qualitativen Reflexion in der Lehre) und beinhaltet ebenfalls Formate, die sich auf externe Expertise stützen (siehe Weiterbildung, Coaching und Konfliktklärung sowie Beratung).


Zielgruppen: Professoren und Professorinnen, Lehrbeauftragte sowie Lehrende im Mittelbau (einschließlich der Qualifikationsstelleninhaber und -inhaberinnen)

Qualitative Reflexion in der Lehre

  • TAP (Teaching Analysis Poll) – eine gesprächsbasierte Methode der Lehrveranstaltungsevaluation

TAP ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um Lehrende und Studierende einer Lehrveranstaltung oder einer künstlerischen Klasse im laufenden Semester gezielt zu den erlebten Lern- Lehrprozessen in den Austausch zu bringen.

Die Methode basiert auf drei Schritten:
1. Gespräch der Studierenden untereinander angeleitet durch die TAP-Moderation (ca. 30 Minuten in der Lehrveranstaltung (Seminar bzw. Vorlesung) und ca. 60 Minuten im künstlerischen Klassenverband)

2. Gespräch zwischen Lehrperson und TAP-Moderation (ca. 30 Minuten zu den Arbeitsergebnissen aus Schritt 1 und dem weiteren Vorgehen in den Räumlichkeiten der TAP-Moderation. Das Gespräch ist vertraulich.)

3. Gespräch zwischen Lehrperson und Studierenden (ca. 30 Minuten in der Lehrveranstaltung bzw. im künstleri-schen Klassenverband: Gemeinsame Auswertung der Arbeitsergebnisse und Verständigung zum weiteren Vor-gehen)


Warum TAPs?
Die Methode leistet mehr als die üblichen Fragebogen am Ende des Semesters bzw. einer Veranstaltung: 

- Lehrende erhalten ganz spezifisch auf ihre Lehrveranstaltung bzw. die Situation ihrer künstlerischen Klasse bezogene Rückmeldungen, die in der Regel weit über die vorgegebenen Kategorien von Evaluationsfragebogen hinaus gehen. Das TAP-Verfahren ermöglicht den Beteiligten, die aktuellen Lern-Lehrprozesse der Veranstaltung/ in der Klasse individuell zu benennen und das herauszustellen, was aus eigener bzw. Gruppensicht wichtig ist.
- Das TAP-Verfahren ist so angelegt, dass die jeweiligen Rückmeldungen kurzfristig erfolgen. Zwischen Schritt 1 und Schritt 3 liegen idealerweise eine Woche, maximal zwei Wochen.
- Da TAPs möglichst in der Mitte des Semesters durchgeführt und etwaige Veränderungsideen kurzfristig (inner-halb von 2 bis 3 Wochen) umgesetzt werden können, profitieren die Studierenden direkt von ihrem Feed-back.
- Die spezifische Methodik der TAPs ermöglicht die Anonymisierung der Ergebnisse auch für kleine Gruppen, sodass auch Lehrende und Studierenden künstlerischer Klassen TAP-typisch kurzfristig Rückmeldung erhalten.

Bitte informieren Sie Dr. Karin Wessel per E-Mail über Ihr Interesse an einem TAP. Anmeldungen sind jederzeit möglich.

 

  •  Lehrcoaching

Die Erwartungen bzw. Zielsetzungen für ein Lehrcoaching lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

- Lehrende mit langjähriger Berufserfahrung sehen eine Chance, gerade nach vielen Jahren der Lehre und Lehrroutine, die eigene Lehrhaltung mithilfe der externen (neutralen) Sicht der Coach/des Coaches bewusst zu reflektieren und neu zu justieren.
- Neulehrende erwarten dagegen von der individuellen Coachingsituation und dem externen Gegenüber eine (angstfreie) Atmosphäre zur optimalen Unterstützung bei der Entwicklung, Konzeption und Durchführung ihrer Lehre sowie ein Mehr an Sicherheit bzw. eine Rückversicherung hinsichtlich der Entwicklung einer eigenen Lehrpersönlichkeit.

Aufbau des Lehrcoachings:
- Orientierungs- und Klärungsgespräch zwischen Lehrperson und Coach (ca. 90 Minuten)
- Unterrichtshospitation des Coaches (ca. 90 Minuten) sowie Feedbackgespräch im Anschluss (ca. 90 Minuten)
- Erprobungsphase und Abschlussgespräch in einem zeitlichen Abstand von 3 – 5 Wochen (ca. 60 – 90 Minuten)

Coaches: Externe Coaches mit langjähriger Kompetenz im System Musik-/ Hochschule und/ oder Hochschuldidaktik und/ oder Psychologie

Bitte informieren Sie Dr. Karin Wessel per E-Mail über Ihr Interesse an einem Lehrcoaching. Anmeldungen sind jederzeit möglich.

 

  • Kollegiale Unterrichtshospitation

Die kollegiale Unterrichtshospitation ist eine sehr wirksame Methode, die eigene Lehre zu reflektieren. Ausgangspunkt ist, dass Lehrende die Expertinnen und Experten für ihre eigene Lehre sind und sich im gegenseitigen Austausch auf Augenhöhe Synergien ergeben:

- Die Lehrenden können ihre Eigenperspektive mit einer Fremdperspektive vergleichen und bekommen die Chance, blinde Flecken in ihrer Arbeit zu entdecken.
- Neues im Unterricht auszuprobieren fällt mit der kollegialen Begleitung und systematischen Reflexion leichter.
- Lehrende entwickeln ihre eigene Professionalität sowie auch ihre eigene Didaktik praxisorientiert gemeinsam weiter.

Eine Unterrichtshospitation verläuft in vier Schritten:

1. Partner/in finden

2. gemeinsame Vorbereitung und Absprache, was genau in der Unterrichtshospitation im Fokus stehen soll (ggf. unterstützt durch einen Leitfaden)

3. Durchführung der Hospitation und Dokumentation (ggf. mit Hilfe eines Leitfadens)

4. Feedback, gemeinsame Reflexion und ggf. Planung des weiteren Vorgehens


Falls Sie weiterführende Informationen oder auch unterstützende Materialien wie z.B. Leitfäden benötigen, wenden Sie sich gerne per E-Mail an Dr. Karin Wessel.

Weiterbildung in der Lehre

  •  Hochschulübergreifende Workshops im Netzwerk Musikhochschulen

Die vom Netzwerk Musikhochschulen semesteraktuell angebotenen hochschulübergreifenden Workshops bieten den Lehrenden der HMTMH die Möglichkeit, sich gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen der eigenen Hochschule, aber gerade auch anderer Musikhochschulen zu verschiedenen Themen auszutauschen und weiter zu bilden.

Das musikhochschulspezifische Workshopangebot deckt folgende Themen ab:
- Lehren und Lernen
- Kommunikation und Persönlichkeit
- Führen und Leiten sowie
- Gesundheit und Selbstfürsorge

Die Teilnahme an den hochschulübergreifenden Workshops ist für Lehrende der HMTMH kostenfrei. Das aktuelle Programm finden Sie unter www.netzwerk-musikhochschulen.de, wo Sie sich auch direkt zu den Veranstaltungen online anmelden können.

 

  • Weiterbildung Hochschullehre am Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen (kh:n) an der TU Braunschweig

Im Bereich der klassischen Hochschuldidaktik arbeitet die HMTMH mit dem Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen (kh:n) an der TU Braunschweig zusammen, die im Rahmen des hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramms WindH entsprechende Veranstaltungen anbieten.

Die Teilnahme an den Workshops ist für Lehrende der HMTMH kostenfrei. Hierfür nehmen Sie bitte vor einer Buchung von kh:n - Angeboten per E-Mail Kontakt mit Dr. Karin Wessel auf. Finanziert werden die Teilnahmegebühren über den BMBF-Drittmitteltopf „Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung“. Das Budget hierfür ist jedoch begrenzt, weshalb sich im eigenen und kollegialen Interesse ein achtsamer Umgang damit empfiehlt.

Informationen zum kh:n und zum aktuellen Programm

 

  • HMTMH-interne Workshops

Ihre Wünsche und Ideen sind gefragt! Welches Thema möchten Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen und Kolleginnen oder zusammen mit Ihren Studierenden vertiefen? Als Lehrende der HMTMH haben Sie die Möglichkeit, individuelle Angebote zu initiieren. Sie können auf bereits erprobte Formate zurückgreifen – nachfolgend finden Sie eine Auswahl – oder neue Format erproben.

Themenauswahl für interne Workshops:
- Die Kunst des Übens
- Bühnenpräsenz
- Feedback geben und nehmen im Klassenunterricht
- Rhetorik
- Oder ein neues Thema

Melden Sie sich bei Ideen, Anregungen und Wünschen bitte per E-Mail bei Dr. Karin Wessel.

Coaching und Konfliktklärung

  • Führungskräfte-Coaching

Im Coaching können Sie Ihre Rolle und Funktion in der Hochschule reflektieren und individuelle Handlungsspielräume erarbeiten. Coaching-Anlässe können u. a. die Übernahme neuer Aufgaben, Führen und Leiten oder auch Work-Life-Balance und vieles mehr sein.

Die Termine finden zwischen Coachee und Coach nach Vereinbarung statt und sind vertraulich.

Zielgruppe: Lehrende mit Funktionsaufgaben in der Selbstverwaltung wie z.B. Fachbereich- oder Studiengangleitung; Senats- oder Kommissionsmitglied o. ä.

Bitte informieren Sie Dr. Karin Wessel per E-Mail über Ihr Interesse an einem Führungskräfte-Coaching. Anmeldungen sind jederzeit möglich.

 

  • Konflikt-Coaching und Konfliktklärung

Wo viele Menschen miteinander arbeiten, lassen sich Missverständnisse und auch Konflikte nicht vermeiden. Ein offenes, empathisches Ohr haben und miteinander sprechen, hilft in den meisten Fällen. Falls doch einmal zwei (oder mehr) Positionen (scheinbar) unvereinbar aufeinander stoßen sollten und dies die alltägliche Zusammenarbeit bereits geraume Zeit erschwert oder gar verhindert bzw. das Wohlbefinden und die Arbeits- und Lernatmosphäre darunter leiden, kann ein Konflikt-Coaching (für eine Konfliktpartei) oder auch eine Konfliktklärung (Mediation), an der alle Konfliktparteien teilnehmen, hilfreich sein.

Konflikt-Coach, Mediatorin oder Mediator bieten die Möglichkeit, eine konstruktive Gesprächsatmosphäre aufzubauen, sodass die Beteiligten in Ruhe zu Wort kommen und ihre Bedürfnisse und Interessen klären können. Dies ist in der Regel die Voraussetzung für ein besseres Verstehen ... und häufig der erste Schritt, Lösungen zu finden.

Bitte informieren Sie Dr. Karin Wessel per E-Mail über Ihr Interesse an einem Konflikt-Coaching/ einer Konfliktklärung. Anmeldungen sind jederzeit möglich.

Beratung

  • Kollegiale Beratung (-sgruppe)

Als Lehrende, im künstlerischen Einzelunterricht oder in wissenschaftlichen Gruppenveranstaltungen, sehen Sie sich im Hochschulalltag vor komplexe Herausforderungen gestellt. Einander zu beraten, ohne Coaching-Vorkenntnisse und ohne einander zu belehren, dazu gibt es eine einfach zu erprobende Methode, die sich für einen gezielten und gewinnbringenden Austausch unter Kollegen und Kolleginnen eignet.

Themen der kollegialen Beratung können sein:
- Eine herausfordernde Lehrsituation
- Veränderungen, die mich beschäftigen
- Blockaden in der Zusammenarbeit
- Organisatorische Abläufe
- Ein Dilemma oder Konflikt
- Oder ein anderes Anliegen

Bei Interesse an der Methode der kollegialen Beratung und/ oder einer kollegialen Austauschgruppe melden Sie sich per E-Mail bei Dr. Karin Wessel.

 

  •  Zentrale Beratung

Für alle Themen, Vorschläge, Fragen und Anliegen rund um das Thema Lehrentwicklung steht Dr. Karin Wessel allen Hochschulangehörigen gerne zur Verfügung.
Per Email, telefonisch oder auch gerne persönlich nach Terminvereinbarung.
Auf Wunsch vertraulich.
Sprechen Sie mich an.

Dr. Karin Wessel
Tel: +49 (0)511 3100 7229


Netzwerk Musikhochschulen

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ist Mitglied im Netzwerk der Musikhochschulen. Das Netzwerk ist ein Verbund von elf Musikhochschulen in Deutschland, die sich die Zusammenarbeit und einen regen Austausch zur Lehrentwicklung und zum Qualitätsmanagement an Musikhochschulen auf die Fahnen geschrieben hat. Gefördert wird das Netzwerk vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre.

Weitere Informationen siehe: www.netzwerk-musikhochschulen.de

Weiterführende Informationen

Wessel, Karin 2017: Coaching in der Lehre an Musikhochschulen.

Baus, C.; Dübler, M.; Wessel, K. 2017: Gestaltung von Lehre. Lehre aus Sicht der Lehrenden an Musikhochschu-len. Beide Artikel erschienen in Clausen, Bernd/ Geuen, Heinz (Hg.) 2017: Qualitätsmanagement und Lehrent-wicklung an Musikhochschulen. Konzepte – Projekte – Perspektiven. Münster: Waxmann.

www.waxmann.com/buch3595 
Link zum Inhaltsverzeichnis: https://www.waxmann.com/?eID=texte&pdf=3595.pdf&typ=inhalt

AG Lehrentwicklung, Netzwerk Musikhochschulen 2013: Gesprächsimpulse für intensiveren Austausch. Das Netzwerk Musikhochschulen nimmt „Lehrentwicklung“ unter die Lupe, in: NMZ Hochschulmagazin 5/13, S. 10

Wessel, Karin 2013: Plädoyer für ein integriertes System der Lehrveranstaltungsevaluation (pdf Datei,179 K)

Lehrentwicklung

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Dr. Karin Wessel
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Zuletzt bearbeitet: 09.05.2019

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