Projekte des Research Hub
Der Research Hub bündelt interdisziplinäre Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Musik und Medien. Vorgestellt werden laufende und abgeschlossene Arbeiten, die unterschiedliche Disziplinen, Fragestellungen oder Methoden zusammenführen und damit zur Entwicklung eines bislang wenig systematisch erforschten interdisziplinären Feldes beitragen.
Wagner verkauft alles? Zur Funktion von Musik in audiovisueller Werbung: Zwischen Emotionalisierung, Bedeutungszuschreibung und kulturkritischer Reflexion
Wie wirkt klassische Musik in Werbung, warum taucht ausgerechnet Richard Wagner immer wieder in ganz unterschiedlichen Werbekontexten auf – und inwiefern ist das kritisch?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines interdisziplinären Projekts, das im Seminar Prompt – Paper – Published? KI als Chance und Herausforderung im wissenschaftlichen Schreiben mit Nachwuchswissenschaftler:innen der HMTMH, unter Leitung von Dr. Ann-Kristin Herget, umgesetzt wurde. Das Projekt, das historische und systematische Musikwissenschaft mit Kommunikationswissenschaft verbindet, adressiert eine erstaunliche Forschungslücke: Obwohl „klassische“ Musik in Werbung gezielt eingesetzt wird, gibt es bislang kaum empirische Arbeiten zu ihrem Einsatz und ihrer Wirkung – und praktisch keine mit einem gezielten Fokus auf Wagner. Ergebnis ist der Aufsatz „Wagner verkauft alles? Zur Funktion von Musik in audiovisueller Werbung: Zwischen Emotionalisierung, Bedeutungszuschreibung und kulturkritischer Reflexion“, veröffentlicht in wagnerspectrum. Auf Grundlage einer internationale Sammlung von 29 Werbespots, in denen Musik von Wagner verwendet wird (die erste systematische Zusammenstellung dieser Art), verfolgt der Aufsatz einen hands-on-Ansatz: Zentrale Modelle, Theorien und Forschungsergebnisse zu Musik in der Werbung werden direkt an konkreten, verlinkten Spot-Beispielen gezeigt. Theorie und Praxis greifen ineinander – anschauen, hören, verstehen.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie interdisziplinäre Forschung aus der Lehre heraus entstehen kann – praxisnah, empirisch fundiert und offen für neue methodische Zugänge, auch im Umgang mit KI.
Darstellungen von FLINTA* Pop-Musiker*innen in Schulmusikbüchern – Eine Diskursanalyse
FLINTA* Pop-Musiker*innen finden in unterschiedlichem Maße und auf unterschiedliche Weise in (Online-)Zeitungen, Social Media, Werbung, im Film oder im Radio statt. Im musikpädagogischen Kontext erfolgt Repräsentation u.a. durch Schulmusikbücher, die einen wesentlichen Beitrag zur Wissensproduktion von Schüler*innen leisten. Das Forschungsprojekt von Research Hub Mitarbeiterin Rena Janßen untersucht aus intersektionaler Perspektive, wie FLINTA* Pop-Musiker*innen in Schulmusikbüchern dargestellt werden. Methodisch erfolgt die Analyse auf Grundlage der Diskursanalyse, wobei eine Kombination aus Kellers Wissenssoziologischer Diskursanalyse und Höhnes thematischer Diskursanalyse gewählt wird.
Zuletzt bearbeitet: 18.01.2026
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