Die Brüste des Teiresias & Das Kind und die ZauberdingeHMTMH-Opernproduktion

Eine „Lyrische Fantasie“ von Maurice Ravel und eine „Opéra buffa“ von Francis Poulenc feiern am 06. Februar 2016 um 19:30 Uhr  im Richard Jakoby Saal der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Premiere. Unter der Regie von Prof. Matthias Remus präsentieren Studierende des Studienbereichs Gesang/Oper  nacheinander die beiden Kurzwerke „Das Kind und die Zauberdinge“ (Libretto: Sidonie-Gabrielle Colette) in französischer und „Die Brüste des Tirésias“ (Libretto: Guillaume Apollinaire) in deutscher Sprache.  Es spielt das Hochschulorchester unter der Leitung von Prof. Martin Brauß. Weitere Vorstellungen finden am 08., 09. und 10. Februar 2016 ebenfalls um 19:30 Uhr statt. Der Eintritt beträgt jeweils 15€/12€ (ermäßigt 10€).

„Das Kind und die Zauberdinge“ handelt von einem Kind, das missmutig über seinen Schulaufgaben sitzt und von der Mutter mit Stubenarrest bestraft wird. In einem Anfall von Zerstörungswut beginnt es seine Umwelt zu terrorisieren. Doch Gegenstände und Tiere beginnen sich zu wehren und dem Kind die Härte seines Handels vor Augen zu führen. Erst als es einem verletzten Eichhörnchen die Pfote verbindet und Mitgefühl zeigt, sind auch die Tiere wieder gutmütig. Sie begreifen die Güte, Weisheit und Liebe des Kindes und rufen mit ihm nach der Mutter.

Die „Fantaisie lyrique“, uraufgeführt am 21. März 1925 in Monte Carlo, wird vielfach als Ravels vollkommenste und schönste Musik angesehen. Abgestimmt auf die Größe des Orchestergrabens im Richard Jakoby Saal wird die HMTMH für ihre Produktion eine neu arrangierte Version für Kammerorchester nutzen, die der Komponist Xaver Paul Thoma im Jahr 2009 im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf angefertigt hat.

Schauplatz von „Die Brüste des Tirésias“ ist Zanzibar, eine imaginierte Stadt zwischen Nizza und Monte Carlo, um 1910. Thérèse erklärt, sie sei die Männerherrschaft leid und wolle sich emanzipieren. Dazu entledigt sie sich ihren äußeren weiblichen Attribute, legt sich einen Bart zu und auch einen Männernamen – Tirésias. Ihrem Wunsch entsprechend verwandelt sich auch ihr Mann, der nun das Kinderkriegen selbst in die Hand nimmt. 11.000 Kinder an einem Tag! Der Staat gerät ins Wanken, denn die Nahrungsvorräte gehen zur Neige. Thérèse deutet als Kartenlegerin die Zukunft und hat ihren emanzipatorischen Ehrgeiz vergessen: Sie verkündet den Sieg der Liebe – das Kinderkriegen ist gesichert und Frankreich gerettet.

Apollinaire, der den Stoff 1903 zu schreiben begann und 1917 unter dem Titel „surrealistisches Drama“ veröffentlichte, beabsichtigte eine Dramaturgie der Überraschung und der Unwahrscheinlichkeit. Die Inkohärenz machte den Text zwar ungeeignet für konventionelles Theater, ließ sich aber direkt in die Form der Opéra bouffe einpassen. Poulencs Musik, entstanden ab 1944, greift das augenzwinkernde „In-der-Schwebe-Lassen“ auf, wechselt von Polkas zu Walzern, vom Prolog zum Choral etc. Uraufgeführt am 3. Juni 1947 in der Opéra-Comique in Paris, wurde „Les Mammelles de Tirésias” zum Vorbild eines neuen, optimistischen, phantasievollen und dichterisch unterhaltenden Musiktheaters. Als solches wird  das Stück vielfach als Poulenc‘ dauerhaftester Bühnenerfolg gewertet.

 

Kartenvorverkauf

    Veranstaltung in der Übersicht

    Das Kind und die Zauberdinge | Die Brüste des Tirésias
    Maurice Ravel | Francis Poulenc
    Opernaufführung in deutscher und französischer Sprache mit Studierenden des Studienbereichs Gesang/Oper und dem Hochschulorchester
    Musikalische Leitung: Prof. Martin Brauß
    Regie: Prof. Matthias Remus

    Premiere: Samstag, 06. Februar 19:30 Uhr
    Weitere Vorstellungen: 
    08., 09. und 10. Februar 19:30 Uhr
    Richard Jakoby Saal, Neues Haus 1 5€/12€ (erm. 10€)

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    Zuletzt bearbeitet: 11.03.2016

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