Handlungsfelder

Im PSE-Entwicklungsprojekt „Die ‚wohltemperierte‘ Hochschule für Musik, Theater und Medien: Exzellenz in Kunst, Ausbildung und Wissenschaft über 2030 hinaus“ werden die künstlerische Exzellenz gefördert, innovative Formen der Lehre weiterentwickelt, die Forschung zu Musik und Medien dynamisiert, künstlerische Forschung erprobt, Sammlungen und Archive belebt, Nachhaltigkeits- und Transferkonzepte erarbeitet und der organisatorische Wandel der Hochschule vorangebracht.

Die Bandbreite der Teilprojekte, die alle Bereiche der HMTMH integrieren und von den jeweiligen Initiator*innen dieser Vorhaben geleitet werden, reicht von der Neuaufstellung der Dirigierausbildung über die Entwicklung eines integralen künstlerischen Modellstudiengangs und den Ausbau des „HMTMH Research Hubs“ bis hin zur Digitalisierung von Sammlungen und zur Modernisierung der Hochschulverwaltung.

Kurzvorstellung der sieben Handlungsfelder

1. Künstlerische Exzellenz und Innovation fördern

Die Sicherung und Weiterentwicklung der künstlerischen Exzellenz mit ihrer internationalen Strahlkraft zählen zu den zentralen Zielen der HMTMH. Die strategische und substanzielle Förderung der in Musik und Theater entfalteten Potenziale ist eine Voraussetzung für die nachhaltige Zukunft der gesamten Hochschule. Mehrere Bereiche der künstlerischen Ausbildung benötigen gezielte Investitionen, um optimierte und zeitgemäße Bedingungen für kreatives Lehren, Studieren und Bühnenpraxis zu schaffen.

Derzeit werden insbesondere in den Bereichen Orchesterdirigieren, Neue Musik, Oper und Schauspiel besondere Entwicklungspotenziale sowie ein besonderer Förderbedarf gesehen, der in vier Teilprojekten umgesetzt wird. Hierdurch werden die Rahmenbedingungen für Studierende und Lehrende nachhaltig verbessert und die Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützt, ihre international führende Position zu verstetigen.

Leitung: Prof. Oliver Wille

2. Innovative Lehre weiterentwickeln

Der HMTMH ist die konstruktive und produktive Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden ein besonderes Anliegen. Das strategische Ziel dieses zweiten Handlungsfeldes besteht darin, Strukturen und Prozesse in der künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Ausbildung und Lehre weiterzuentwickeln und zu flexibilisieren, um das volle kreative und didaktische Potenzial in Studium und Lehre zu entfalten. Das schließt auch die Reform einiger Studienprogramme ein. Im Fokus steht hier die Entwicklung und Implementierung eines Modellstudiengangs Musik, der die Entwicklung individueller breit aufgestellter Biografien ermöglicht, schlussendlich die bisherigen künstlerischen Studiengänge ablöst und somit auch zur Effizienzsteigerung der akademischen Selbstverwaltung beitragen soll. 

In weiteren Teilprojekten werden innovative Ideen zur Weiterentwicklung der Lehre entwickelt und erprobt. Hierzu gehört die Förderung einer intensivierten – auch fachübergreifenden – Zusammenarbeit, z. B. in Team-Teaching Formaten, sowie das Schaffen von Freiräumen für experimentelle und projektbasierte Lehr- und Lernformen in der Musiktheorie. Auch wird es um die Weiterentwicklung von HMTMH-spezifischen Lehrkontexten im Hinblick auf Nachhaltigkeit oder die Einbindung von künstlicher Intelligenz gehen, für deren erfolgreichen Einsatz entsprechende Kompetenzen bei Lehrenden und Studierenden aufgebaut werden müssen.

Mit den zu diesem Handlungsfeld gehörenden vier Teilprojekten wird die HMTMH ihre studierendenzentrierte, exzellente Ausbildung optimieren, innovative Wege in der musikpädagogischen und musiktheoretischen Ausbildung gehen und junge Talente bei der Entwicklung ihrer individuellen Profile unterstützen.

Leitung: Prof. Guido Heidloff-Herzig

3. Forschung zu Musik und Medien dynamisieren

An der HMTMH wird in diversen musik- und kommunikationswissenschaftlichen Forschungsfeldern bereits jetzt erfolgreich und auf international anerkanntem Niveau geforscht und publiziert. Die in der Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Kommunikationswissenschaft an der HMTMH promovierenden und promovierten sowie die habilitierenden und habilitierten Wissenschaftler*innen gehören zu den in ihren Disziplinen überaus nachgefragten und erfolgreichen Forschenden. Als universitätsgleichgestellte, aber kleine und vor allem künstlerisch geprägte Hochschule sind die Strukturen und Rahmenbedingungen für Forschung, Drittmitteleinwerbungen und Projektmanagement sowie für die Publikationsaktivitäten an der HMTMH jedoch in Teilen suboptimal.

Das dritte strategische Ziel des PSE-Projekts ist daher der systematische Ausbau der Forschungsinfrastruktur und der diesbezüglichen Förderinstrumente an der HMTMH, die exzellente, synergetische und transdisziplinäre wissenschaftliche Forschung und Qualifikation in den Bereichen Musik und Medien unterstützen. Die Maßnahmen zielen auf die Stärkung des wissenschaftlichen Forschungsprofils der HMTMH, auf den hochschulinternen wie -externen Ausbau der Vernetzung dieser wissenschaftlichen Fächer, auf die Unterstützung der Aktivitäten zur kompetitiven Drittmitteleinwerbung und darauf, den an der HMTMH Forschenden zu noch stärkerer Sichtbarkeit zu verhelfen. Zum Handlungsfeld gehören vier Teilprojekte, in deren Zentrum der Ausbau des „HMTMH Research Hub“ steht. 

Leitung: Prof. Dr. Eva Baumann

4. Künstlerische Forschung explorieren

Viele zeitgenössische Manifestationen darstellender Künste stehen in enger Verbindung mit Forschungspraktiken oder lassen sich mit diesen in entsprechenden Reflexionsprozessen auf erkenntnisgewinnende Weise verbinden. Die HMTMH gehört zu den wenigen Musikhochschulen Deutschlands, die sowohl über starke künstlerische Bereiche als auch über wissenschaftlich exzellente Institute und Forschungszentren verfügt. Dies macht vielfältige Formen der Kooperation sowie die Exploration eines zusätzlichen Bereichs – der künstlerischen Forschung – sinnvoll und möglich.

Den Empfehlungen des Wissenschaftsrates folgend, hat die HMTMH in den beiden Anwendungsfeldern Musiktheater und Musikvermittlung zwei Teilprojekte zur künstlerischen Forschung in das PSE-Projekt als Pilotprojekte integriert. Demzufolge besteht das vierte strategische Ziel des PSE-Transformationsprojekts darin, die bereits vorhandenen Kompetenzen und experimentellen Ansätze künstlerischer Forschung weiterzuentwickeln sowie den Diskurs über die Zukunft künstlerischer Forschung an der HMTMH fortzuführen. Auf dieser Grundlage werden im Projektverlauf tragfähige Entscheidungen zur potenziellen institutionellen Verankerung dieses neuen Feldes vorbereitet.

Leitung: Prof. Oliver Wille

5. Sammlungen und Archive beleben

Zu den kulturellen Schätzen der HMTMH zählen Sammlungen historischer Artefakte wie originale Notenhandschriften und historische Musikinstrumente. Deren Erhalt und wissenschaftliche Erschließung gehören ebenso wie die Langzeitarchivierung zu den zentralen Aufgaben der Hochschule.

Das fünfte strategische Ziel des PSE-Projekts liegt in der Entwicklung neuer Ansätze, um die Zugänglichkeit zu Forschungsinformationen, Daten und Befunden sowie die Nutzbarkeit für Künstler*innen, Forschende sowie die interessierte Öffentlichkeit nachhaltig zu sichern und die Wirkung der wertvollen Sammlungen und Kulturgüter zu stärken. Dies setzt eine entsprechende Infrastruktur voraus, mit der auch die Digitalisierung von Sammlungen und Archiven sowie deren Sichtbarkeit und Zugänglichkeit verbunden ist. Durch die Umsetzung der beiden geplanten Teilprojekte dieses Handlungsfeldes wird die HMTMH künftig eine wichtige Rolle beim Aufbau einer exzellenten und nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur für materielles und immaterielles, musikbezogenes Kulturerbe übernehmen.

Leitung: Dr. Katharina Talkner

6. Transfer und Transitionen erleichtern

Zur strategischen Entwicklung und Modernisierung der HMTMH gehört auch die Verbesserung der Schnittstellen der Hochschule zu ihren sozialen, ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Ökosystemen. Für die HMTMH stehen im Rahmen des PSE-Projektes in den beiden Teilprojekten dieses Handlungsfeldes erstens der Transfer, die Karriereunterstützung und die Alumni-Arbeit sowie zweitens die Entwicklung tragfähiger Nachhaltigkeits- und Diversitätskonzepte im Fokus.

Für die Transferstrategie der HMTMH werden neben dem Wissenstransfer die den Lebensweg der Studienbewerber*innen und Absolvent*innen besonders prägenden Wege in die Ausbildung an der HMTMH sowie die Übergänge aus dem Studium in ihre Laufbahnen in Kunst, Wissenschaft, Kreativ- und Kommunikationswirtschaft im Fokus stehen. Denn die spezifischen und dynamischen Anforderungen der Medien- und Kulturwirtschaft erfordern bereits studienbegleitend die Förderung zusätzlicher Kompetenzen sowie eine intensivere Unterstützung der Studierenden bei der individuellen Profilbildung und Karriereplanung. Eine zentrale Bedeutung haben hier die Alumni-Arbeit sowie die Netzwerkarbeit mit institutionellen Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 

Um die HMTMH für die ökologische und soziale Transformation fitzumachen, bedarf es fundierter Konzepte, die in diesem Handlungsfeld praxisorientiert und evidenzbasiert entwickelt werden. Ziel ist es, forschungsbasierte Konzepte zur Verbesserung, Koordination und Stärkung der Nachhaltigkeit und Diversitätskultur der HMTMH zu erarbeiten, entsprechende Maßnahmen zu entwickeln und zu pilotieren. 

Leitung: Prof. Dr. Eva Baumann

7. Organisationalen Wandel voranbringen

Grundlage aller Modernisierungsbestrebungen der HMTMH ist eine gut organisierte, leistungsfähige und technologisch kompetente Verwaltung und Infrastruktur. Strategisches Ziel dieses für die HMTMH zentralen Handlungsfeldes ist die organisatorische Transformation. Hierzu gehören der Ausbau innovativer Serviceangebote, die Stärkung der Organisationsentwicklung, die konsequente digitale Transformation sowie die nachhaltige Weiterentwicklung zentraler administrativer Unterstützungsstrukturen für Forschung, Lehre und künstlerische Praxis.

Trotz finanzieller und personeller Ressourcenknappheit in zentralen Serviceeinheiten in der Vergangenheit hat die HMTMH bereits einzelne Bereiche ihrer Verwaltung erfolgreich restrukturiert und Maßnahmen für die zentralen Entwicklungsfelder entwickelt und implementiert. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um die besonderen Chancen des Programms „Potenziale strategisch entfalten“ zu realisieren und Strukturen sowie Dienstleistungen so weiterzuentwickeln, dass die künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Bereiche künftig umfassender und effizienter unterstützt werden. Zu den insgesamt zehn Teilprojekten gehören insbesondere Digitalisierungsprojekte, aber auch die Organisationsentwicklung, die beispielsweise bereits durch die Einrichtung des „Präsidialstabs Hochschulentwicklung“ initiiert ist.

Leitung: Heiko Behnke

 

Gefördert mit Mitteln aus zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.

Kontakt

  • Prof. Dr. Eva Baumann

    Professorin für Kommunikationswissenschaft, Beauftragte für die Wissenschaft

    Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung
    Expo Plaza 12, 30539 Hannover

    eva.baumann@ijk.hmtm-hannover.de
    Weitere Informationen:

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Zuletzt bearbeitet: 15.01.2026

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