Projekte des Research Hub

Der Research Hub bündelt interdisziplinäre Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Musik und Medien. Vorgestellt werden laufende und abgeschlossene Arbeiten, die unterschiedliche Disziplinen, Fragestellungen oder Methoden zusammenführen und damit zur Entwicklung eines bislang wenig systematisch erforschten interdisziplinären Feldes beitragen.

Laufende Projekte

Darstellung von FLINTA* Pop-Musiker*innen in Schulmusikbüchern

FLINTA* Pop-Musiker*innen finden in unterschiedlichem Maße und auf unterschiedliche Weise in (Online-)Zeitungen, Social Media, Werbung, im Film oder im Radio statt. Im musikpädagogischen Kontext erfolgt Repräsentation u.a. durch Schulmusikbücher, die einen wesentlichen Beitrag zur Wissensproduktion von Schüler*innen leisten.

Das Forschungsprojekt von Research Hub Mitarbeiterin Rena Janßen und Prof. Joana Grow untersucht aus intersektionaler Perspektive, wie FLINTA* Pop-Musiker*innen in Schulmusikbüchern dargestellt werden. Methodisch erfolgt die Analyse auf Grundlage der Diskursanalyse, wobei eine Kombination aus Kellers wissenssoziologischer Diskursanalyse und Höhnes thematischer Diskursanalyse gewählt wird.

Die Rolle von Musik in gesellschaftlichen Intergruppenkonflikten

Neben der persönlichen Identität besitzt ein Mensch viele verschiedene soziale Identitäten auf Basis von Gruppenzugehörigkeiten. Musik leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Aufrechterhaltung dieser sozialen Identitäten und hat damit das Potenzial, eine (sogenannte) Ingroup zu charakterisieren und von einer (sogenannten) Outgroup abzugrenzen.

Auf Basis eines Scoping Reviews und einer anschließenden experimentellen, quantitativen Längsschnittstudie zielt das Dissertationsprojekt von Research Hub Mitarbeiter Miguel Machulla darauf ab, einen Beitrag zum Verständnis der gesellschaftlichen Rolle von Musik bei der Förderung von sozialem Zusammenhalt und Konfliktlösung zu erbringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Integration marginalisierter Gruppen, wie beispielsweise Menschen mit Migrationsbiographie, mit Behinderungen oder queere Menschen.

Abgeschlossene Projekte

Verkauft Wagner alles?

Wie wirkt klassische Musik in audiovisueller Werbung, warum taucht ausgerechnet Richard Wagner immer wieder in ganz unterschiedlichen Werbekontexten auf – und inwiefern ist das kritisch?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines interdisziplinären Projekts, das im Seminar Prompt – Paper – Published? KI als Chance und Herausforderung im wissenschaftlichen Schreiben mit Nachwuchswissenschaftler*innen der HMTMH, unter Leitung von Dr. Ann-Kristin Herget, umgesetzt wurde. Das Projekt, das historische und systematische Musikwissenschaft mit Kommunikationswissenschaft verbindet, adressiert eine erstaunliche Forschungslücke: Obwohl „klassische“ Musik in Werbung gezielt eingesetzt wird, gibt es bislang kaum empirische Arbeiten zu ihrem Einsatz und ihrer Wirkung – und praktisch keine mit einem gezielten Fokus auf Wagner. Ein Ergebnis des Seminars ist der Aufsatz „Wagner verkauft alles? Zur Funktion von Musik in audiovisueller Werbung: Zwischen Emotionalisierung, Bedeutungszuschreibung und kulturkritischer Reflexion“, veröffentlicht in wagnerspectrum. Auf Grundlage einer internationale Sammlung von 29 Werbespots, in denen Musik von Wagner verwendet wird (die erste systematische Zusammenstellung dieser Art), verfolgt der Aufsatz einen hands-on-Ansatz: Zentrale Modelle, Theorien und Forschungsergebnisse zu Musik in der Werbung werden direkt an konkreten, verlinkten Spot-Beispielen gezeigt. Theorie und Praxis greifen ineinander – anschauen, hören, verstehen.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie interdisziplinäre Forschung aus der Lehre heraus entstehen kann – praxisnah, empirisch fundiert und offen für neue methodische Zugänge, auch im Umgang mit KI.

 

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Zuletzt bearbeitet: 23.01.2026

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